Florian Conze-Zaher - Gibt es Twang im klassischen Gesang?
Shownotes
Hallo und herzlich willkommen im Stimmlabor. Hier erforschen wir in jeder Folge die interdisziplinäre Welt der Stimme. Mein Name ist Julia Lukaschyk und heute bei mir zu Gast ist Florian Conze-Zaher. Florian ist Sänger, Gesangspädagoge und Atem-, Sprech- und Stimmlehrer. Er studierte Operngesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und schloss später die Ausbildung in Bad Nenndorf an. Derzeit ist er an der Schule Schlaffhorst-Andersen sowie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt tätig und als Stimmtherapeut in der Cella Praxis für Atmung und Stimme in Hannover. In unserem Gespräch geht es um verschiedene Klangphänomene. Wir beleuchten die unterschiedlichen Begrifflichkeiten und schauen, wie eine Umsetzung in verschiedenen Genres funktioniert.
Aufräumen tut doch immer gut, so ein positives Gefühl habe ich auch nach dieser Folge; hier wurde mal Ordnung geschaffen und eine Struktur reingebracht.
Ich hoffe auch Du konntest Dir etwas mitnehmen und hast eine neue Perspektive gewonnen. Ich freue mich, wenn Du auch beim nächsten Mal wieder dabei bist, wenn wir gemeinsam die interdisziplinäre Welt der Stimme erforschen. Bis bald!
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00:00:10: Hallo und herzlich willkommen im Stimmdabor.
00:00:12: Hier erforschen wir in jeder Folge die interdisziplinäre Welt der Stimme!
00:00:17: Mein Name ist Julia Lukasek, heute bei mir zu Gast ist Florian Konze-Zahel.
00:00:22: Florian ist Sänger, Gesangspädagoge und Atemsprecherin Stimmnerer.
00:00:26: Er studierte Operngesang an der Hochschule für Musik und darstelle Kunst Frankfurt am Main und schloss später die Ausbildungen Bad Nenoff an.
00:00:34: Derzeit ist er an der Schule Schlafost anlassen sowie an der Hochschule für Musik und Darstelle Kunst in Frankfurt tätig.
00:00:41: Und zudem als Stimmtherapeut in der Zellerpraxis
00:00:44: für
00:00:45: Atmung und Stimme im Hannover.
00:00:47: In unserem Gespräch geht es um verschiedene Klangphänomene, wir beleuchten gemeinsam die unterschiedlichen Begrifflichkeiten und schauen wie eine Umsetzung in verschiedenen Genres funktioniert.
00:00:58: Viel Spaß!
00:01:01: Ich wollte mit einer provokanten Frage starten, wie man eigentlich zur Operngesang kommt.
00:01:06: das ist doch voll uncool.
00:01:08: Ja, habe ich auch lange Zeit gedacht.
00:01:11: Ich hab' tatsächlich mit Popgesang angefangen beziehungsweise vorweg.
00:01:16: also war erstmal Geigenunterricht und Bratschenunterricht Klavierunterricht & Trompete Und deswegen... Also ich hab schon früh angefangen mit Musik und dann ja fand ich Singen halt irgendwie auch ganz interessant hab einfach ne Popsingerin im Fernsehen imitiert.
00:01:35: Tatsächlich Yvonne Cutterfeld war das, by the way.
00:01:38: Muss dann unser Hörbeiß spielen.
00:01:40: Interessant!
00:01:42: Genau mit dieser sehr hauchigen Stimmgebung sprechen wir heute vielleicht auch noch drüber?
00:01:46: Ja, wer weiß... genau.
00:01:49: Dann habe ich erst mal Pop gesungen und hab Lieder geschrieben und dann habe ich im Orchester gespielt und eine klassische Sängerin begleitet in dem Orchester.
00:01:59: Und dann dachte ich so wow ist ja irgendwie ganz cool.
00:02:03: Also weil es hatte diese Dramatik und ich habe zu der Zeit auch ein bisschen komponiert.
00:02:09: Und dann hat mich das irgendwie so inspiriert, dass ich dann angefangen hab, klassische Musik so ein bisschen zu schreiben also so wie ich das zu derzeit konnte.
00:02:18: Ich war da irgendwie elf oder zwölf oder so und habe mit irgendwelchen Bekannten aus dem Kirchenchor gearbeitet und so und hab denen meine Lieder gegeben.
00:02:31: Ich selbst kann das ja auch eigentlich mal probieren.
00:02:34: Habe es dann gemacht und dann war mit fünfzehn die Entscheidung klar, ich will Opernsänger werden.
00:02:38: So früh?
00:02:39: Wow!
00:02:41: Und da war's dann nicht mehr uncool.
00:02:42: oder hast du doch nochmal gezweifelt irgendwann?
00:02:45: Nee uncool war es dann gar nicht mehr.
00:02:47: also ich weiß nicht.
00:02:48: ich glaube da war dann schon so dieses...ich will individuell sein.
00:02:56: Und wenn du jetzt von Dramatik sprichst, was meinst du da im Gegensatz zu Pop-Genre?
00:03:02: Hat das keine Dramate?
00:03:03: Das hat eine andere Dramatique.
00:03:05: Aber in der Oper geht es halt so häufig um Leben und Tod.
00:03:09: oder auch in geistlicher Sakraler Musik ist ja auch häufig ... Also meine Lieblingsgattung da ist eigentlich ein Requiem.
00:03:18: also Ja wo es irgendwie immer einen Bezug zum Tod gibt.
00:03:25: Ja, man spürt das dann quasi.
00:03:27: Das ist in der Musik drin.
00:03:31: Also geht für dich tiefer oder ist bedeutender?
00:03:35: Wobei ich liebe nach wie vor auch Pop und finde da gibt es auch Seiten die es jetzt in der Klassik nicht gibt.
00:03:41: Deswegen ja am liebsten mache ich beides.
00:03:45: Ja total schön!
00:03:46: Und wie funktioniert das Beides?
00:03:48: also hat das viele Schnittmengen oder gibt's da große Unterschiede?
00:03:52: also machst du das eine und das andere fusioniert das.
00:03:56: Also lange Zeit habe ich eigentlich gar keinen Pop gesunken, also als ich studiert hab, habe ich keinen Popgesunken und habe erst wieder angefangen, als ich dann hier an der Schule war als Schüler oder auszubildender.
00:04:09: Und da habe ich erstmal beides so parallel gemacht.
00:04:13: Versaut dass du einen wenn man beides zusammen macht?
00:04:16: Oder warum hast du das nur das eine gemacht?
00:04:20: Eine Überzeugung, die ich hatte.
00:04:22: Ich dachte schon so, dass Pop-Singen vielleicht nicht gesund ist.
00:04:26: Gibt ja viele Vorurteile.
00:04:29: Aber damals wusste ich auch gar nicht, wie man das jetzt machen kann.
00:04:31: Also ich hatte keine Gesangstechnik für Popgesang.
00:04:35: Weil du das andere dann einfach gelernt hast und darauf konzentriert?
00:04:38: Genau.
00:04:40: Und dann kam es hierher und hat sich das geändert?
00:04:43: Ja!
00:04:44: Das war noch die Corona-Zeit.
00:04:46: Deswegen hatte ich auch nicht viel zu tun, sag' ich mal, sängerisch Und dann konnte ich mich halt ausprobieren und dann habe ich einfach mal Pop wieder gesungen.
00:04:58: Und wie war das?
00:04:59: Also, war das doll anders?
00:05:01: oder hast du da gemerkt, es gibt irgendwie auch Schnittmengen?
00:05:08: Ja also gesangstechnisch ist es schon ziemlich anders finde ich so was die Einstellung der Ansatzräume angeht.
00:05:18: aber natürlich muss sich irgendwie gut atmen können.
00:05:21: Ich profitiere natürlich von den gleichen Funktionen in einer gewissen Art und Weise.
00:05:28: Nur wenn ich dann selbst in einem gewissen Genre gerade drin bin, fühlte sie schon sehr anders an.
00:05:37: Okay also eine Technikfrage ist es?
00:05:40: Ich denke jetzt noch so ans stilistische Mittel die ja möglicherweise gleich aber auch unterschiedlich sein können.
00:05:47: Funktionieren die gleichen stilistischen Mittel unterschiedlich in den verschiedenen Genre?
00:05:54: Wir haben jetzt über behauchte Stimme gerade bei Yvonne Cutterfeld gesprochen, gibt es ja auch in beiden Genres wenn wir jetzt Klassik und Poppets nebeneinander stellen.
00:06:03: Funktioniert das da gleich oder gibt's das vielleicht in der Klasse gar nicht so stark?
00:06:08: Also in der Regel gibts jetzt nicht so viel Behauchung.
00:06:14: Also es gibt ja zum Beispiel Ricitative, also das ist so eine Art Sprechgesang.
00:06:21: Wo es schon mal sein kann dass man so einen Stöhner drin hat z.B.
00:06:25: Oder sowas
00:06:25: jammern, das habe ich gerade
00:06:26: gehört,
00:06:26: sowas weinen, da ist vielleicht dann auch...
00:06:29: Genau!
00:06:30: Man würde mal damit ein bisschen spielen aber im Pop kann ich ja mal ne ganze Phrase behaucht singen.
00:06:36: Das würde in der Klassik jetzt eher nicht so gängig sein weil ich mit ner Behauchung natürlich jetzt auch nicht so tragfähig
00:06:43: bin.
00:06:44: Das ist der große Unterschied zwischen diesen Genres, was die Technik angeht.
00:06:52: Die Klassik hat immer im Hintergrund, ich muss jetzt über das Orchester kommen oder den großen Konzertsaal füllen ohne ein Mikrofon zu haben?
00:07:04: Ja, es ist eine Funktion mit verstärkenes andere Ohne und daher habe ich ganz andere Möglichkeiten.
00:07:12: Genau, jetzt hatten wir Behauchung.
00:07:14: Aber es gibt ja noch ganz viele andere stilistische Mittel.
00:07:18: Wenn ich im ersten Semester anfange das zu unterrichten, dann spreche ich irgendwie immer von so einer Komode, die diese ganz viele Schubladen hat und das sind die verschiedenen stilisten Mitteln.
00:07:27: und diese Schubladen lohnt es sich irgendwie zu befüllen oder zumindest mal reinzuheuchen.
00:07:33: Was ist da drin?
00:07:33: Wie hört sich das an oder auch zu verstehen, wie etwas funktioniert.
00:07:37: Und dann gibt es eine große Schublade die nennt sich Physiologie und da geht's eben darum, wie funktioniert eine gesunde Stimme.
00:07:44: jetzt hast du auch schon gesagt Popgesang ist möglicherweise in Anführungsstrichen ungesünder
00:07:49: als klassischer.
00:07:51: Zumindest war das auch so ein Vorurteil, was du hattest und vielleicht können wir da auch mal so einsteigen, was vielleicht deine Vorurteile waren und jetzt nicht mehr sind?
00:07:59: Und vielleicht auch warum sie es waren und also was sich geändert hat oder was deine Erfahrungen einfach sind, was Popgesange irgendwie ausmacht?
00:08:08: Ja ich glaube so ein großes Vorurtail, was ich hatte, war dass Popgesank immer mit Druck verbunden
00:08:16: Obwohl ich da eigentlich die Verstärkung habe, was ja eigentlich interessant ist und dem entgegenspricht oder?
00:08:20: Eigentlich schon.
00:08:23: Da wahrscheinlich auch noch mal bezogen auf Vorbilder.
00:08:26: also es gibt natürlich auch viele Pop-Singerinnen, die singen mit viel Druck und vielleicht auch nicht so gesund und sind sehr erfolgreich damit.
00:08:34: Und dann gibt das aber ganz viele, die man vielleicht nicht kennt und sie singen sehr gesund.
00:08:38: Also deswegen ich glaube daher kam schon einmal ein bisschen der Gedanke Ja, jetzt ist natürlich der Einaspekt zu das Belting, wovon wahrscheinlich fast jeder schon mal irgendwie gehört hat.
00:08:52: Also dass ich mit relativ viel Masse in die Höhe gehe und das ist dann häufig mit mehr Druck verbunden.
00:09:00: also in der Regel muss auch mehr Druck dabei sein.
00:09:04: aber Druck ist ja auch nicht gleich Druck und ich glaube das ist das was für mich das dann auch verändert hat Weil es gibt ja einmal einen physiologischen Anstieg des subglotischen Drucks und dann gibt es den Überdruck.
00:09:18: Und der Überdruck ist eigentlich das, was ich vermeiden will weil mit einem Überdruk kann ich auch gar nicht belten.
00:09:25: Das ist in der Oper genauso.
00:09:26: da würde man auch schon mal einen Druck aufbauen müssen für gewisse Lautstärken und sobald ich im Überdrukt bin habe ich eigentlich nicht mehr so viel davon.
00:09:39: Ich finde es interessant, diesen Aspekt benannt hast.
00:09:42: Dass Leute, die viel Erfolg haben möglicherweise auch eher eine ungesunde Technik haben und dadurch ... Das kann man jetzt nicht über einen Kamm stellen, definitiv nicht.
00:09:52: Aber vielleicht gibt es so ne Tendenz?
00:09:54: Das ist natürlich eine Stimme, die vielleicht auch ne Störung aufweist oder halt irgendwas Markantes hat ein hohen Wiedererkennungswert hat.
00:10:01: das ist ja definitiv so.
00:10:03: Und eine gesunde Stimme.
00:10:05: also wenn ich jetzt wieder an diese Schublade Physiologie denke dann klingt dass mehr oder weniger, natürlich nie.
00:10:11: Aber irgendwie gleich!
00:10:13: Also gesund klingt halt gesund und das ist die Kategorie in der wir uns dann befinden.
00:10:16: Und da gibt es vielleicht nicht so viel Alleinstellungsmerkmal an der Stelle, dass zumindest meine Hypothese warum gerade Menschen mit Auffälligkeiten besonders erfolgreich sind.
00:10:26: Und vielleicht und da diskutiere ich auch ganz häufig mit Schülerinnen und Schülern drüber eine große Herausforderung für uns in der Therapie oder auch im Coaching darstellen.
00:10:35: also wo setze ich hieran?
00:10:37: Eine Person kommt und hat vielleicht Knötchen oder hat vielleicht ein Polypen organischen Veränderungen auch schon in Anführungsstrichen.
00:10:47: Ich kann der Person jetzt nicht das Alleinstellungsmerkmal wegnehmen, weil damit verdient sie ihr Brot und mehr als das!
00:10:56: Gleichzeitig möchte ich aber gewährleisten, dass die Person es noch die nächsten zwanzig dreißig Jahre vielleicht machen kann.
00:11:02: Und das auch in großem Stil auf großen Bühnen über lange Dauer.
00:11:05: und das finde ich ist auch ein echter Spagat dieses Alleinstellungsmerkmal aufrecht zu erhalten und gleichzeitig diese Physiologie Schublade irgendwie zu füllen und da zu einer Regeneration möglicherweise auch zu kommen.
00:11:16: Da brauchst du denke ich diese ganz vielen anderen Schubladen, dass sie auch gut gefüllt sind.
00:11:20: nicht dann eben diese Physiology Schubladen jetzt vielleicht nochmal neu befülle?
00:11:25: Kannst du da irgendwie mitgehen oder hast du der Erfahrung gesammelt?
00:11:30: Also erstmal würde ich gerne nochmal über das Wort physiologisch sprechen.
00:11:34: Voll gerne!
00:11:36: Weil damit musste ich mich mal beschäftigen, was es überhaupt heißt.
00:11:40: und die Physiologie im Vergleich zu Anatomie bezieht sich ja immer auf die Funktionen Und ich denke eigentlich dass dieses Stilmittel oder auch diese Charakteristika sei jetzt vielleicht ein ausgeprägter Twang oder auch vielleicht eine Rauigkeit in der Stimme, tendenziell auf eine Funktion reduziert werden kann.
00:12:03: Und wenn ich verstehe wie diese Funktion im meinem Organ angelegt ist dann kann ich die anwenden und dann bestenfalls auch so anwende dass eben ja nicht Kompensationsmechanismen dazuziehe wo ich glaube das die mir helfen aber es dann letztendlich schlechter machen.
00:12:25: Ich finde dieses Bild super, was du hast mit dieser Kommode.
00:12:31: Aber gleichzeitig würde ich fast sagen, dass die Stilmittel auch in der physiologischen Schublade drin sein können.
00:12:38: Ich würde das gar nicht so sehr trennen.
00:12:40: Dass jetzt die anderen Schubladen auch nicht pathologisch sind?
00:12:44: Genau!
00:12:46: Das ist ja nicht wahr... ist, denke ich, aber auch immer eine Trainingssache und eine Übungssache.
00:12:54: Dass ich das eben genauso gut beherrsche wie die Physiologie und dass ich diesen Schritt zurückgehen kann eine Randkantenschwingung produzieren und ohne Rauigkeit und Behauchtheit irgendwie fonieren, dass das irgendwie auch möglich ist.
00:13:08: Und eben die anderen Aspekte kann ich aber alle auch noch mit behandeln.
00:13:13: Ich glaube, dass Flexibilität und Bewegungen für unser Organ einfach ganz entscheidend sind.
00:13:18: Sobald ich in einer Schiene fahre wird es gefährlich Und da ist es dann, glaube ich auch bei den Sängerinnen die jetzt sehr erfolgreich sind und dann vielleicht eine Störung entwickeln.
00:13:29: Ich würde es gar nicht unbedingt immer auf die schlechte Technik zurückführen.
00:13:32: Also viel gab's da ja auch immer so.
00:13:35: Shaming für die Menschen also im Opernbereich genauso.
00:13:38: Ja sie haben eine schlechte technik deswegen haben die jetzt eine stimmstörung.
00:13:43: aber man muss sich immer wieder vor Augen finden wie viele diese Menschen auftreten, unter welcher Belastung die stehen.
00:13:50: Und wenn es dann halt eine kleine unphysiologische pathologische Komponente gibt und ich aber immer wieder auftrete, immer wieder auftrete ... Dann wird ihr halt immer größer!
00:14:00: Das ist gar nicht so die Sache, dass das jetzt eine schlechte Technik an sich ist sondern einfach...
00:14:08: Die Belastungsdauer irgendwie?
00:14:09: Ja, die hat dann überhand genommen.
00:14:12: und würde die Person jetzt nicht jeden Abend drei Stunden singen, dann würde das niemals auffallen als ein technisches Defizit oder so.
00:14:23: Und selbst mit der besten Technik kleine Erkältung, kleine ... Ja ... Soll ich sagen Auffälligkeit Unregelmäßigkeit in der Schleimhaut und du hast drauf drum gesungen kann auch passieren.
00:14:38: Das ist
00:14:38: nochmal ein total wichtiger Aspekt.
00:14:40: also dass man diesen Beruf einfach gar nicht unterschätzen darf.
00:14:43: was das bedeutet Und das sage ich auch total gerne im Unterricht, dass das Organ eigentlich ursprünglich nicht dafür gemacht ist für was wir es heutzutage nutzen.
00:14:53: Eigentlich ist der Kekoffer ein Schutz der tiefen Atemwege.
00:14:56: Das ist die primäre Funktion.
00:14:58: Der schützt unsere Lunge davor, dass da beim Schlucken nichts in die Luftröhre reinkommt.
00:15:05: Das is die allererste Funktion und diesen Job macht der Käfer richtig gut!
00:15:10: Und dann macht er aber auch noch diesen richtig krassen anderen Job und wir verlangen von der Stimme über Stunden jeden Tag Höchstleistung ab.
00:15:19: Also das ist ja... Wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, wirklich ein wahres Wunderwerk.
00:15:23: Was die Stimme da leistet und natürlich gerade bei Menschen, die einen Sprechberuf haben ist es eine besondere Herausforderung.
00:15:31: Da gibt's ja so ne Kategorisierung von Sprechenberuf- und dann Hochleistungssprachberufen.
00:15:36: Und wenn wir jetzt von Opernsängerinnen sprechen, sind wir in diesem Hochleistungsegment.
00:15:40: Dann ist nicht nur die Quantität gegeben, sondern die Qualität muss auch noch da sein.
00:15:45: Die haben nicht nur diese Stundenbelastungen, sondern müssen das auch noch die ganze Zeit Level leisten.
00:15:51: Und das ist natürlich Wahnsinn!
00:15:53: Also, da muss man einfach erst mal so anerkennen und also da habe ich auch größten Respekt einfach vor.
00:16:00: Jetzt hast du schon den Begriff twang genannt?
00:16:03: Das ist für mich... Ich würde fast sagen das unwohl des Jahres.
00:16:08: Ich weiß gar nicht genau.
00:16:10: Nein, das ist ein bisschen übertrieben aber mir begegnet der Begriff wahnsinnig häufig und häufig gibt es sehr unterschiedliche Definitionen, die vielleicht auch unausgesprochen sind.
00:16:23: Also man hat so ein Bild davon und dann benutzt man dieses Wort und nimmt dieses eigene Bild was man davon hat.
00:16:32: Deswegen würde ich voll gerne mit dir heute darüber sprechen, was deine Definition ist und dass wir vielleicht auch gemeinsam zu einer kommen oder einfach das so transparent haben, was wir da drunter verstehen.
00:16:43: Und das vielleicht auch noch mal jetzt im therapeutischen Kontext von Nasalitätsstörungen abgrenzen oder dazu einfach in Verbindung setzen.
00:16:51: also was hat es mit Nasalität zu tun?
00:16:53: weil das mir häufig begegnet die Person singt nasale Art sie singt mit twang.
00:16:57: Das ist das gleiche.
00:17:00: Was ist deine Definition?
00:17:03: Also ich glaube, ein anderes Wort für Twang wäre pharyngyale Verengung oder epilaryngiale-pharyngyalere Verengungen.
00:17:12: Das heißt jetzt so viel wie es gibt eine Verenging im Rachenbereich, im unteren Rachen Bereich... Und oder, weil es gibt auch verschiedene Formen des Twanks im Kehlkopf-Ausgang.
00:17:24: Da ist dann ganz wichtig die Epiglottis also der Kehldeckel.
00:17:28: Du hast jetzt so schön von diesen Primärfunktionen des Kehlkorps gesprochen Schutz der Lungen und gleichzeitig ist die andere Funktion ja aber auch, dass die Speise eben in die Speiseröhre reingehen kann.
00:17:44: Und wenn man so will, kann man die Epiglottis fast noch zum Kielkopf zählen
00:17:47: oder?
00:17:47: Ja genau.
00:17:50: Das heißt diese beiden Sachen... Wenn sich diese Epiglotis jetzt senkt, sich in Richtung Stimmlippen senkt dann entsteht da diese Verengung und die erzeugt einen sehr prägnanten Klang.
00:18:10: Also häufig verglichen wir zu einer Hexe, die vielleicht lacht oder ein Baby das schreit so.
00:18:20: was also erst mal kann eben auch auftreten, wenn ich jetzt sehr nasal bin.
00:18:28: Ich halte mir mal die Nase zu und mach das einfach doch mal so... Dann klingt das natürlich auch sehr quietschig.
00:18:38: Ich brauche aber eigentlich nicht dafür die Nose, weil es ja im Heilsgeschied oder im Rachenbereich
00:18:43: ist.
00:18:44: Also das Garumsegel hat damit gar
00:18:45: nichts zu tun?
00:18:46: Eigentlich nicht!
00:18:48: Also ich kann mir vorstellen dass für manche Menschen methodischer Sicht ganz sinnvoll sein kann, über Nasalität das anzubahnen.
00:18:56: Weil die vielleicht einfach noch so gar kein Gefühl haben wo jetzt dieses quitschige herkommt.
00:19:00: Um sich mit diesem Klang irgendwie vertraut zu
00:19:02: machen?
00:19:03: Genau!
00:19:04: Und die Nasalitet ist halt einfach erleichtert.
00:19:09: Aber letztendlich wäre es immer gut einen oralen Twain zu haben also dass die Luft dann eben nicht nur durch die Nase rausgeht oder zu sehr durch die nase raus geht sondern durch den Mund.
00:19:21: Weil das ist dann nochmal nicht nur, dass es nicht zu quietschig klingt.
00:19:26: Weil letztendlich will ich das ja eigentlich auch in dem Repertoire einsetzen, dass ich singe
00:19:31: und... Genau!
00:19:31: Das was du jetzt gerade vorgemacht hast eignet sich so ganz schlecht
00:19:34: ne?
00:19:34: Ja,
00:19:35: so mäßig.
00:19:35: Vielleicht
00:19:36: an manchen Stellen aber nee.
00:19:39: Genau.
00:19:39: Und das heißt ich muss irgendwie dosieren und da eignete sich einmal der orale Trang einfach deutlich mehr weil er vielmehr dunklere Farbe auch noch mal zulässt.
00:19:50: Und würdest du sagen, Twang ist jetzt etwas was wir nur im Pop-Bereich haben.
00:19:54: oder ist sie das auch in der Klassik begegnet?
00:19:57: Oder verwendest Du's in dem einen oder anderen?
00:19:59: Ja also ich würde sagen es findet fast überall statt.
00:20:04: Nur immer in einem anderen Maße weil diese Verengung da in dem, als heißt Ari epäglotischer Swinter Also wenn die der Kehldeckel sich da eben absenkt Genau dann kann ich das ja extrem machen, aber ich kann es auch nur so ein bisschen machen.
00:20:19: Also das ist eigentlich so einen Spektrum und letztendlich hilft es mir dabei den Klang zu bündeln.
00:20:27: Das hat noch deutlich mehr Effekte, aber einmal das... Es bringt auch nochmal oder fördert den Stimmschluss.
00:20:36: Es kann mir helfen auch ein bisschen mehr Masse reinzubekommen.
00:20:42: sind wir eigentlich noch mal bei einem Thema der Tragfähigkeit, gerade dann im klassischen Gesang.
00:20:48: Weil da wird dann twang tatsächlich auch wenn vielleicht in der dosierten Form mit dem ja mit der Kickoffsenkung kombiniert und dann haben wir sozusagen eine Formantklasterung also ne Sängerformantklasterung und das ist das was mich dann sehr tragfähig macht.
00:21:07: Und es widerspricht sich ja fast ein bisschen
00:21:10: oder?
00:21:11: Weil dieses Absenken des Kehdexes habe ich ja nur dann, wenn der Kekopf sich hebt.
00:21:16: Wenn ich jetzt ein absenkendes Kekops hab... Das sind eigentlich so Kräfte die gegeneinander wirken oder?
00:21:23: Ja, also klar kann ich das über die Kekoff-Hebung machen aber ich kann es auch machen.
00:21:28: Wir haben Muskeln zum Beispiel den Ariepiglotticus Ein Muskel der ihr Epiklotes eben senken kann
00:21:36: Ohne anhebenes Kekopfer.
00:21:39: Also das kann das unterstützen natürlich, aber der kann es auch ganz gut alleine.
00:21:43: Und dann gibt es auch noch mal Formen wo die Zunge oder der Zungengrund tatsächlich auch nochmal ein bisschen mit beteiligt ist klingt jetzt schon so ganz gefährlich.
00:21:51: Aber in einer gewissen Art und Weise ist es gar nicht mal unbedingt so schlimm.
00:21:56: also wenn da einfach eine leichte Tendenz nochmal von der Zunge dazu kommt passiert zum Beispiel im Vocal A und OR die ganze Zeit.
00:22:04: Das können wir gar nicht vermeiden.
00:22:05: Das sieht man im MRT.
00:22:06: Das finde ich auch an der Stelle noch mal ganz interessant.
00:22:10: Dass es von Natur aus irgendwie schon vorhanden
00:22:12: ist?
00:22:13: Ja, genau.
00:22:15: Obwohl das jetzt keine Vokale sind die ich als besonders twangig empfinde.
00:22:18: Nee gerade das A, das ist ja so ein Feind.
00:22:25: Spannend ist auf jeden Fall dieses Continuum oder das Spektrum... zu betrachten.
00:22:30: Also das Twang nicht an und auszuschalten, also kann man schon auch an und ausschalten aber man kann eben ein bisschen davon reingehen oder man kann sehr viel davon rein geben und wahrscheinlich wenn es irgendwie ein bestimmtes kritisches Level überschritten hat dann nehmen Leute das vielleicht als Nasal war oder haben dann irgendwie diesen quäkigen Sound irgendwie primär und assoziieren das mit so einer Nasalitätsstörung.
00:22:55: Wobei man dann sagen muss, was wir noch abgrenzen ist das offene und geschlossene Näseln.
00:23:00: Und hier hätten wir jetzt auf jeden Fall dann das geschlOSSende Näsel.
00:23:03: Also dass jetzt nicht Luft entweicht und es kraftlos wirkt sondern eher das Gegenteil, dass es so eigentlich in einen Raum reingeht von da wieder zurück halt weil der verschlossen ist und dann durch den Mund austritt.
00:23:14: Also wie du es jetzt auch gerade gemacht hast mit dem Zuhalten der Nase, das wäre ja auch ein geschlossenes Naseln.
00:23:19: Es hat einen nasalen Klang aber ist ein verschlossener Raum die Luft kann nicht durch die Nase entweichen und dann haben wir trotzdem diesen ja sowas quäkiges... Ja!
00:23:28: Das kuriere ich mir auf mein Zettel.
00:23:37: Ich hab mir hier noch so andere stilistische Mittel, die ich für den klassischen irgendwie zuordnen würde mal aufgeschrieben.
00:23:44: Ja.
00:23:44: Ich habe da Vibrato aufgeschriebene Legato, Stackharto, Glissando, Dynamikvariation sowas wie Piano und Forte.
00:23:52: Also ich hab immer nur Jazzrock Pop gesangst im Drecht gehabt Und ich würd sagen diese Begrifflichkeiten sind mir dann nicht so viel begegnet.
00:24:00: also Nicht nicht begegnete aber weniger begegneten.
00:24:04: Da würde ich mit dir gerne mal gucken, warum eigentlich nicht?
00:24:07: Lack das an meiner Lehrerin.
00:24:10: Oder ist es tatsächlich kein Thema im Bereich des Pops?
00:24:15: Ich habe auch mehrmals Schülerinnen und Schüler gehabt die nur wegen des Vibratus zu mir gekommen sind weil sie nur das isoliert üben wollten Und da würde ich aber gar nicht... Das war eher genreunabhängig würde ich sagen dass dann etwas war was wir irgendwie nochmal konkret beüben wollten.
00:24:35: Kannst du da... hast du deine Meinung
00:24:37: zu?
00:24:38: Ja.
00:24:39: Also ich glaube, dass alles davon auch in Pop oder Jazz gerade im Jazz vorkommen kann.
00:24:45: Es ist einfach immer abhängig davon was das Stück will.
00:24:52: Vielleicht in so einem Null-Auch-Fünfzehn-Pop-Song kommt es weniger vor also gerade ins Takato wahrscheinlich weniger.
00:24:58: aber es gibt ja dann vielleicht experimentellere Pop-Songs oder eben im Jazz.
00:25:04: Ja, also es ist ja generell schon ein bisschen experimenteller vielleicht als Popmusik.
00:25:10: Da wir das garantiert vorkommen und bei Vibrato ähnlich natürlich ist es immer ein anderes vibrato oder manchmal vielleicht ein bisschen bewusster eingesetzt in pop- oder jazz.
00:25:25: Es gibt viel so gerade Töne und dann gibt es am Ende einer Phrase dann kommt noch so ein vibrato drauf dass es irgendwie da so klingt der ton aus.
00:25:34: In der Klassik ist es jetzt aber auch nicht so, dass ich durchgehend mit Vibrato singe.
00:25:39: Das wäre nämlich auch ein bisschen anstrengend wobei man da auch nochmal zwischen den Subgenres eigentlich unterscheiden muss weil klassischer Gesang ist ja auch nicht klassischer gesang.
00:25:49: So und in der Opa habe ich sicherlich noch mal ein bisschen mehr vibrato weil ich natürlich auch von dem vibrato profitiere Weil letztendlich ist ein vibrato wenn man so will ja auch eine kurze Entspannungsphase Weil diese Welle ist ja auch eine Anspannung, Entspannungen.
00:26:07: Das ist dann diese Vibrato-Welle und das gibt mir natürlich noch mal eine Möglichkeit zu ausdauern.
00:26:15: Und ein Vibrator ist auch tatsächlich nicht ganz uninteressant was die Tragfähigkeit angeht weil dass auch nochmal die Formant Tuning fördert oder fördern kann.
00:26:29: Also damit meine ich, dass sich meine Tragfähigkeit einfach so ein bisschen steigern kann.
00:26:35: Ist das die Definition von Formant-Tuning?
00:26:37: Den Begriff hast du jetzt schon als zweite Mal genannt und ich hab den aus deinem Mund auch schon häufiger gehört.
00:26:41: Ja!
00:26:42: Kannst du uns da noch
00:26:43: mal... Also Tuning ist an sich erstmal eine Leistungssteigerung und Formanten gibt es ja ganz viele.
00:26:51: Jetzt wenn ich von Forman-Tunings spreche, ist es häufig eher so einen F-I Forman tuning Das wäre jetzt der erste Vokalformand beeinflussen kann durch die Kieferöffnung.
00:27:01: Und das wäre jetzt eine Resonanzstrategie, die aber eher Frauenstimmen verwenden gerade wenn sie in die Höhe gehen.
00:27:09: Weil irgendwann der Grundton... Also es gab ja jetzt die Folge mit Wolfgang Saus, der hat das alles sehr gut erklärt wahrscheinlich an dieser Stelle jetzt, wenn noch nicht geschehen einmal da reinhören.
00:27:20: Ja, wenn der Grundhorn diesen F-I übersteigt oder so fällt, dass es irgendwie nicht mehr verstärkt werden kann.
00:27:29: Und dann muss sich halt den Vokal ein bisschen verändern.
00:27:32: Das heißt ich müsste jetzt zum Beispiel mit dem U nicht mehr als U singen in der Höhe sondern das ein bisschen öffnen und so einen
00:27:38: U oder eine
00:27:41: Richtung A denken.
00:27:42: Genau!
00:27:43: Deswegen sieht man das auch so häufig in der Oper gerade bei den Sängerin, dass sie den Mund sehr weit aufhaben.
00:27:51: Da hab ich tatsächlich auch mit dem Nils Ole-Peters vor Jahren schon mal drüber gesprochen.
00:27:55: Und seine Hypothese war, dass immer wenn wir in die Höhe gehen, dass die Formanten alle in Richtung A sich formen und das ist tatsächlich etwas was isoliert für den klassischen Bereich so stimmt.
00:28:09: Ich habe gesagt, ich habe mindestens eine Freundin, dies Musicaldarstellerinnen und die kann dir auch ... Das drei gestrichene A kann dir ja auch in allen Vokalen.
00:28:20: Und dann hatten wir uns damals getroffen und da wollte er eigentlich seine Doktorarbeit drüber schreiben.
00:28:26: Und hat dann glaube ich in dem Moment die These verworfen, weil das sich einfach anders gezeigt hat.
00:28:33: Also für das Klassische ist es sicherlich so.
00:28:35: Das brauche ich ja auch wieder, weil wieder beim TGA Tragfähigkeit sind.
00:28:40: die einzige Möglichkeit ist zu verstärken über die Formanten.
00:28:43: Und wenn ich jetzt eine elektrische Verstärkung habe, dann ist das ja noch mal ein ganz anderes Thema und da brauche ich gar nicht diese Lautstärke zu erbringen.
00:28:49: Obwohl es auch nochmal tatsächlich einen Einfluss auf die Klangformung hat in Form von.
00:28:54: zum Beispiel würde mich sehr interessieren, deine Freundin zu hören wie sie das gemacht hat.
00:29:00: aber ich würde davon ausgehen dass sie dann nicht gebeltet hat weil ein Bett eigentlich auch häufig eine Öffnung erfordert, weil es dann mehr diesen Rufcharakter bekommt.
00:29:12: Und sie war vielleicht in so einer Mischfunktion?
00:29:14: Ja, würde ich auch denken, dass das eher ein Misch-Funktion war.
00:29:17: Wobei auf dem Ton ist das kein Pure Belt mehr ... Genau jetzt
00:29:25: sind wir schon ganz tief drin mit diesen
00:29:27: Übergängen
00:29:28: zwischen den verschiedenen Dingen.
00:29:32: Ich habe jetzt hier auch noch mal so etwas wie Vocal Fry auf meiner Liste stehen.
00:29:37: Ist irgendwie ein Thema, was mehr geworden ist?
00:29:40: Also ich finde gerade durch Social Media und englischsprachigen Konsum von Social Media weil das im Englisch- sprachigen Raum irgendwie viel präsenter ist.
00:29:49: also vor allen Dingen in der gesprochenen Sprache aber auch immer wieder im Gesang würde ich sagen Wie empfindest du das?
00:29:57: Würdest du es als stilistisches Mittel auch beschreiben, ist das was, was es im klassischen auch gibt oder ist das etwas, was isoliert nur im Pop-Bereich gibt.
00:30:08: Also ich kenne Vocalfryer als Übung auch im klassischem Bereich.
00:30:13: Wofür würdest Du die nutzen?
00:30:15: Zu Entspannung der Stimmlippen kann auch den Schluss unterstützen und die Luftdusierungen ein bisschen unterstützen aber vor allem erstmal eigentlich um Lockerheit reinzubekommen.
00:30:29: Aber als Stilistik im Repertoire würde ich jetzt nicht sagen, dass ich das mal gefunden habe.
00:30:35: Es sei vielleicht in der neuen Musik.
00:30:37: Das ist dann ja auch wieder da sinnvoll bei diesem Experimental.
00:30:40: Ja.
00:30:41: Aber hier zum Beispiel ein Pop würde ich häufig ja vielleicht so einen Einsatz benutzen.
00:30:45: Genau.
00:30:45: So ein creaky Einsatz und dann finde ich es ganz legitim.
00:30:51: Total!
00:30:53: Oder auch mal einzelne Wörter wenn Also letztendlich ist da irgendeinen Ausdruck dahinter und vielleicht ist es dann ein bisschen leidender oder vielleicht will man auch so eine Müdigkeit darstellen, oder wie auch immer.
00:31:09: Aber in der Klassik wüsste ich jetzt nicht dass ich dem mal begegnet bin.
00:31:13: Würde ich auch also wüsst dich jetzt auch nicht?
00:31:16: Und im Pop finde ich Begegnens am häufiger schon, also gerade wie du sagst beeinsetzen.
00:31:23: Und da kann man jetzt auch wieder über Physiologie und Pathologe gesprochen.
00:31:28: Wenn ich an Stimmdiagnostik denke, dann beurteilen wir ja Stimmeinsätze.
00:31:33: Das sage ich eigentlich auch den Schülerinnen und Schülern immer, dass sich anhand eines Stückes niemals irgendeine Diagnose oder also Diagnosen sowieso überhaupt nicht stellen kann aber auch sehr schwer ist.
00:31:43: Ich kann nur die Funktion, die ich gehört habe beschreiben und eigentlich kann ich sie wirklich nur beschreiben für eine Kommode sonst noch so halt.
00:31:54: Also was da für Schubladen dran sind, ich hab dann jetzt bestimmte gehört und dann brauch' ich eigentlich noch viel mehr und müsste halt diese Person mir anbestellen, ich müsste dann noch vielmehr erst fragen, was da eigentlich möglich ist.
00:32:06: Deswegen auch diese Frage.
00:32:09: manchmal kommen Schülerinnen und Schüler auf mich zu machen mir irgendwas vor und sagen Ist das jetzt schlecht für die Stimme?
00:32:14: Also krieg' ich davon ne Stimmstörung.
00:32:15: Und also erstmal muss man immer sagen Nein Ich finde, egal was man mit der Stimme macht.
00:32:21: Wenn die Stimme es hergibt, scheint das möglich zu sein im Rahmen des Möglichen und dann ist es erst mal so ... von der Natur gegeben, würde ich sagen.
00:32:30: Dann kommt's darauf an, wie häufig mache ich das?
00:32:33: Wie gehts mir dabei?
00:32:35: Was für eine Entlastung führe ich danach auch?
00:32:38: Meine Physiologie-Schublade, da würde ich wieder von sprechen, komme ich dahin zurück oder verharre ich in dieser Funktion?
00:32:45: Also wenn ich jetzt vocal fry trainiere... Schaff ich es dann nur noch so zu sprechen oder kann nicht da rauskommen?
00:32:51: Also was passiert denn eigentlich?
00:32:55: Kann ich meine anderen Schubladen weiterhin bedienen, oder hänge ich in dieser einen fest und komme dann nicht mehr raus.
00:33:01: Und dann ist das ja ein Problem wenn ich nicht mehr herauskomme.
00:33:04: Wenn ich diese Schublade öffnen kann und sie wieder schließe und andere aufmachen und wieder schließen, würde ich immer sagen kein Problem!
00:33:12: Weiter so.
00:33:13: Und dann ist es total toll und neue Facette an der Stimme, die dann eben auch experimentell oder wie auch immer eingesetzt werden kann.
00:33:21: Ja Ich hatte jetzt noch so Begriffe gefunden wie Crye.
00:33:28: Was war denn das andere?
00:33:29: Sob glaube ich hat dich gefunden was irgendwie nochmal eine Steigerung von dieser Cry Funktion ist.
00:33:35: Kannst du dazu etwas sagen?
00:33:37: Sobb ist ja glaube ich ursprünglich aus dem Estill Voice Training.
00:33:42: Das ist jetzt so eine Qualität, also ja auch das Weinens.
00:33:46: Aber ich kann es mal versuchen vorzumachen.
00:33:49: Ich glaube, dass wäre ungefähr ein bisschen sowas.
00:33:55: Also der Kickoff ist sehr abgesenkt die Stimmlippen sind eher lang schließt nicht ganz und das ist jetzt... Ich überlege gerade, ob ich den Pop-Song gerade irgendwie finde, wo ich diesen Klang gehört hätte.
00:34:10: Ich glaube das ist hauptsächlich einfach so ein Extremis und man kann da immer was von benutzen, also von dieser Einstellung, gerade zum Beispiel jetzt auch im Operngesang.
00:34:20: aber dass der Stil mittel... weiß ich jetzt gar nicht wie du
00:34:24: dich
00:34:26: würdest fast mehr der Oper zu haben!
00:34:31: Und das Cry ist glaube ich denke mal so'n So wie ich das verstehe, eigentlich so ein Registerwechsel.
00:34:38: Aber in einem Ton oder vielleicht sogar im Einsatz und sowas.
00:34:44: Und das kann halt auch noch mal helfen die Masse zu koordinieren wenn ich jetzt vielleicht auch ein bisschen massiger in die Höhe gehen will, wenn ich Pop singe.
00:34:55: Oder aber auch machen ganz viele Tenure also in der Klassik.
00:34:59: Und warum machen die das?
00:35:00: Ich denke aus ähnlichem Grunde, um Masse reinzubekommen ohne eben zu massiv in die Höhe zu gehen.
00:35:08: Also letztendlich so eine Mischung
00:35:10: halt zu finden.
00:35:11: Das heißt eigentlich kalibrieren sie sich während des Singens und dann ist es irgendwie denn so ein Notgedrungs-Stylusmittel...
00:35:17: Ist jetzt nur der technische Aspekt!
00:35:20: Letztendlich ist da natürlich auch einen großen Ausdruck dahinter.
00:35:23: also wenn ich jetzt an Weil ich nicht eine Tenor-Arie denke, wo er darüber sinkt dass jetzt seine Geliebte gerade gestorben ist.
00:35:31: Dann wird ja diese Einsätze wahrscheinlich weniger aus technischen Gründen befehlen sondern um das rüberzubringen was er gerade fühlt oder die Rolle fühlt.
00:35:42: Ja es ist spannend.
00:35:43: also ich glaube das ist auch noch ein stärker Aspekt wie du schon gesagt hast dieses dramatische und diesen Ausdruck Im Prop-Bereich würde ich sagen, funktioniert viel Ausdruck über den Inhalt des Textes irgendwie.
00:35:56: Also da brauche ich vielleicht gar nicht soviel mit der Stimme darzustellen weil der Text das mehr transportiert und die Verständlichkeit des Texts ja auch im Vordergrund steht.
00:36:04: nochmal.
00:36:05: Das ist ja in der Oper eher zweitrangig also... Man kann sich glücklich schätzen, wenn man die Worte versteht.
00:36:13: Das ist aber eben auch nicht das Primäre wie der Inhalt transportiert wird und es ist ja auch nicht dass da viel Inhalt über den Text transportiert würde, sondern es gibt immer wieder Wiederholungen.
00:36:22: Und das ist ja im Pop ist es anders, sondern da werden eben ganze Texte runtergeschrieben.
00:36:26: natürlich gibt's einen Referent, dann gibts eine Wiederholung Aber jede Strophe hat wieder neue Informationen und die Geschichte geht irgendwie weiter
00:36:33: Gibt es natürlich in der Klassik auch, gerade wenn noch mal Subgenres also zum Beispiel Liedgesang Kunstliedgesang.
00:36:39: Da wäre das dann eigentlich genauso da wäre es sogar ein No-Go Wenn man jetzt nur schön singen würde und den Text gar nicht irgendwie rüberbringt gestaltet Wobei ich denke dass trotzdem die Wörter auch nochmal die Stimmfarben beeinflussen.
00:36:56: Und im Popgesang würde ich auch so Kommt dann auch wieder da drauf an, welche Art von Popgesang ist halt dann doch wirklich so breit gefächert.
00:37:06: Ja das
00:37:06: stimmt!
00:37:09: Aber trotzdem... Da ist es schon ein bisschen mehr Storytelling vielleicht?
00:37:14: In der Klassik würde ich sagen, es sei das Rezitativ.
00:37:17: Das ist ja immer das was den Inhalt so vorantreibt.
00:37:19: Da kann ich jetzt mal viel Inhalt loswerden und dann kommt wieder eine schöne Aree und da kommt das Gefühl dazu eher.
00:37:25: Genau, da dreht sich ein
00:37:26: paar Mal im Kreis.
00:37:28: Und da kommt der Text nicht so voran irgendwie.
00:37:31: Das wäre vielleicht so ne Abgrenzung.
00:37:33: aber wie du sagst auch das ist ein Kontinuum und jetzt nicht in schwarz-weiß nur zu sehen.
00:37:42: Ich bin alles los geworden, was ich sagen wollte.
00:37:46: Hast du noch etwas?
00:37:46: Was du vielleicht an stilistischen Mitteln hier vermittelst oder womit Schülerinnen und Schüler häufiger auf dich zukommen, was sie irgendwie ...
00:37:55: Mir ist sonst nur noch eingefallen dass es verschiedene Arten des Vibratos gibt.
00:37:58: Ah
00:37:59: ja das haben wir jetzt noch nicht benannt.
00:38:00: Genau also Tonhöhenvibrato und Lautsteckenvibrato.
00:38:06: und letztendlich Ja, also zu deiner ursprünglichen Frage was ich hier vielleicht auch an der Schule vermittel.
00:38:13: Wenn jetzt jemand zu mir kommt und Jazz singen möchte dann finde ich es immer ganz spannend halt auch an so einem Killcoffee Brate zu arbeiten was ja vielleicht auch in manchen Fällen unphysologisch sein kann weil man da zu sehr eingreift, zu sehr steuert vielleicht aber ja auch ihr wieder diese Dosierung macht ist ne?
00:38:31: Und wenn nicht... Also ich find gerade im Jazz ist das einfach sehr schick.
00:38:36: Also wenn das nochmal so abge... ja, vibratot wird.
00:38:41: Die Phrase.
00:38:42: und tatsächlich ist es auch einfach ein Thema wo viele zu mir kommen die sagen so ich hätte gerne einen Vibrato oder wie entwickle ich das?
00:38:53: Und das ist ja auch so ein Thema dass Da gibt es ja sehr verschiedene Meinungen zu.
00:38:57: Das stimmt, ja.
00:38:58: Viele
00:38:58: sagen lasst uns in Ruhe das kommt von alleine wenn die Stimme gut läuft.
00:39:02: Wenn ich dann aber jetzt Vibrator auch als Stilmittel verstehe.
00:39:05: Dann heißt es ja auch dass sich verschiedene Arten des Vibratus einsetzen kann und dann Kommt das ja nicht von alleine?
00:39:11: Dann muss Ich ja wissen wie ich das dann mache.
00:39:13: Ja also Ja genau
00:39:18: So würde ich auch eher diese Komode wieder verstehen, dass ich bewusst darauf zugreifen kann.
00:39:24: Und dann gibt es da irgendwie keine Gefahr oder so ... Dieses natürlich kommt von allein und dann gibt's auch keine Gefahre.
00:39:30: Dann kann ich es nicht steuern.
00:39:31: Das ist auch Schade drum, ne?
00:39:33: An manchen Stellen würde es gut passen und da hätte ich's gerne.
00:39:37: Oder in der Auftrittssituation kommt das dann nicht, weil ich zu aufgeregt bin.
00:39:41: Dann schaffe ich das nur in der Übel- und Probesituation.
00:39:45: Und genau in der Austrittssituation schaff' ichs nicht, den Zugriff draufzubekommen.
00:39:49: Deswegen lohnt sich an diesem aktiven Zugrift zu arbeiten und dass in jeder Situation, egal wie die Anspannung drumherum gerade ist, abrufen zu können ...
00:39:59: Ja und auch zu merken, okay welches Vibrato produziere ich jetzt.
00:40:02: Also mache ich das jetzt gerade eher auf Gelkoff-Ebene, mache ich es jetzt vielleicht doch mehr ja über die Atmung gesteuert oder es gibt ja auch noch mal Vibrati, die fast nur auf Stimmlippenebene sich abspielen.
00:40:15: Und falls ich jetzt dem Ansatz nachgehe, dass kommt von alleine kann es ja auch passieren so Man merkt, das ist jetzt von alleine gekommen.
00:40:26: Aber eigentlich wurde einfach nur eine Sache davon angesteuert.
00:40:29: Und letztendlich ist dann aber das vielleicht gar nicht so gut war.
00:40:35: Vielleicht die physiologischste Art und Weise.
00:40:39: oder man wartet bis irgendeine Art von Vibrato von alleine kommt.
00:40:43: Und dann kann man anfangen zu gucken, was ist das denn für ein Vibrate?
00:40:45: Und wie machst du das denn eigentlich da dann erst mal über das passive in das aktive zu kommen.
00:40:56: Ich ende ja total gerne mit so einer Erfolgs-Story.
00:40:59: Ja?
00:41:00: Vielleicht hast du dir im Vorfeld schon Gedanken gemacht, aber vielleicht fällt dir jetzt auch spontan was ein.
00:41:06: In deinem Fall wird mich natürlich interessieren wenn du jetzt mit Schülerinnen und Schülern arbeitest ob du da irgendwie uns eine tolle Geschichte erzählen kannst oder du vielleicht innerhalb von einer Übung, einer Stunde wenigen Wochen irgendwie großes bewirkt hast und vielleicht gar nicht so viel beigetragen hast sondern natürlich... passiert bei der Person immer so ganz viel.
00:41:27: Vielleicht eine Person, wo du gerne dran zu zurück denkst und was dir in diesem Kontext einfällt?
00:41:33: Ja also jetzt sind wir gerade am Semesterende und es waren die Examensvorträge vor einer Woche.
00:41:40: Ich habe so langsam keinen Zeitgefühl mehr im
00:41:44: Ferienrei.
00:41:48: Ja, und es ist natürlich toll zu sehen wie die sich entwickelt haben.
00:41:51: Also deswegen kann ich das jetzt gerade gar nicht auf eine Person reduzieren.
00:41:54: Generell ist es immer eine tolle Sache zu sehen was sie dann da auf die Bühne bringen.
00:41:59: Was ja vielleicht auch erkennbar ist, was ich dazu beigetragen habe.
00:42:03: aber wie viele... Wie viel die dann das einfach weiter geführt haben?
00:42:09: Und wie die selbst hingesetzt haben und geübt haben und sich Gedanken gemacht haben Das finde ich immer einfach das schönste Entwicklung zu sehen.
00:42:20: Also ja, da bin ich dann auch immer ganz stolz.
00:42:25: Ja total schön!
00:42:29: dass es immer weiter geht und das ist ja auch nicht zu Ende.
00:42:32: Auch mit einem Examen hat man jetzt nicht ein Status quo erreicht, den man für immer halten wird, sondern es ist da auch immer noch Veränderung möglich.
00:42:39: So
00:42:39: ist das.
00:42:40: Und das ist auch das Schöne irgendwie, also dass man jetzt keinen Examen erreicht und jetzt hat man so einen Zeugnis für immer in der Tasche und das is's.
00:42:47: Sondern es geht irgendwie mal weiter.
00:42:50: Ich danke dir ganz herzlich!
00:42:52: Sehr gerne, danke dir!
00:42:58: Aufräumt tut doch immer gut!
00:43:00: So ein positives Gefühl habe ich auch nach dieser Folge.
00:43:03: Hier wurden mal Ordnung geschaffen und eine Struktur reingebracht.
00:43:06: Ich hoffe, auch du konntest dir etwas mitnehmen und hast eine neue Perspektive gewonnen.
00:43:10: Ich freue mich wenn Du auch beim nächsten Mal dabei bist Wenn wir gemeinsam die interdisziplinäre Welt der Stimme erforschen.
00:43:16: Bis bald.
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