Anke Grage - Ergotherapie: Abgrenzung zur Sprachtherapie und Physiotherapie
Shownotes
Hallo und herzlich willkommen im Stimmlabor. Hier erforschen wir in jeder Folge die interdisziplinäre Welt der Stimme. Mein Name ist Julia Lukaschyk und heute bei mir zu Gast ist Anke Grage. Anke ist Ergotherapeutin mit bereits 22 Jahren Berufserfahrung und seit 5 Jahren in eigener Praxis in Pattensen tätig. Sie arbeitet im neurologischen und psychischen Bereich mit erwachsenen Menschen.
In unserem Gespräch geht es anfangs darum, war Ergotherapie überhaupt ist und was sie von der Physiotherapie unterscheidet. Zudem haben wir über die Schnittstelle zwischen Ergotherapie und der Logopädie/Sprachtherapie gesprochen.
Das Gespräch hat mir noch einmal gezeigt, wie wichtig der Blick auf das Individuum in der Therapie ist.
Ich hoffe auch Du konntest Dir etwas mitnehmen und hast eine neue Perspektive gewonnen. Ich freue mich, wenn Du auch beim nächsten Mal wieder dabei bist, wenn wir gemeinsam die interdisziplinäre Welt der Stimme erforschen. Bis bald im Stimmlabor!
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00:00:10: Hallo und herzlich willkommen im Stimmlabor!
00:00:13: Hier erforschen wir in jeder Folge die interdisziplinäre Welt der Stimme.
00:00:17: Mein Name ist Julia Lukaschek, heute bei mir zu Gast ist Anke Grage.
00:00:22: Anke ist Ergotherapeutin mit bereits zweiundzwanzig Jahren Berufserfahrung und seit fünf Jahren in eigener Praxis in Patten sind tätig.
00:00:31: Sie arbeitet im neurologischen und psychischen Bereich mit erwachsenen Menschen.
00:00:35: In unserem Gespräch geht es anfangs darum, was Ergotherapie überhaupt ist und was sie von der Physiotherapie unterscheidet.
00:00:43: Zudem haben wir uns über die Schnittstelle zwischen Ergotherapie und der Logopädie bzw Sprachtherapien ausgetauscht.
00:00:50: Viel Spaß beim Hören!
00:00:52: Was machst du denn an deinem Beruf am liebsten?
00:00:55: Was magst du daran gerne?
00:00:57: Ich glaube am Liebsten mag ich die Arbeit mit den Menschen und irgendwas für die Menschen zu tun Das, was mir am meisten auch wieder zurückgibt an meinem Beruf.
00:01:07: Deswegen mag ich den sehr gerne und gehe sehr gerne
00:01:10: arbeiten.".
00:01:12: Und also Ergotherapie ... Da können wir gleich noch mal drüber sprechen, was das eigentlich ist?
00:01:17: Es würde ich sagen von den ELP-Berufen, also Ergologophysio der Unbekannteste... Ich weiß nicht ob das stimmt aber zumindest in meiner Wahrnehmung bin ich damit relativ spät irgendwie in Kontakt gekommen.
00:01:29: Also Physiotherapie ist so allgegenwärtig Krankengymnastik in Anführungsstrichen, was man häufig ja noch so hört.
00:01:36: Aber Ergotherapie hat mir irgendwie nicht so richtig gesagt.
00:01:38: Jetzt habe ich mich gefragt wie bist du dazu gekommen dass du Ergotherapie als Ausbildung gewählt hast?
00:01:44: Ich
00:01:44: wusste schon sehr früh das sich Ergotherapeutin werden will und ich glaube es hat auch mit dem Beruf meiner Mutter zu tun.
00:01:51: die ist Erzieherin und die war an der blinden Schule oder blinden Internat in Hannover tätig Und da liefen ganz viele Erbothera-Porten rum, um die blinden Kinder zu betreuen.
00:02:06: Da hab ich schon ganz früh für mich entdeckt, dass das was wären könnte und dann habe ich da auch mal hospitiert.
00:02:13: Dann stand das schon in der neunten Klasse fest, dass ich Erboterapolitik werden wollte.
00:02:19: Hab erst nur die elfte Klasse noch gemacht, hab aufs Abi verzichtet ... und habe gleich gestartet mit der Ausbildung nach der Elfenklasse.
00:02:29: Genau,
00:02:30: ich bin da relativ
00:02:32: schnell für mich klar und war auch immer mein Traumruf.
00:02:36: Und es ist bis heute
00:02:37: sehr zielstrebig in der neuen Klasse.
00:02:40: Ja
00:02:40: genau irgendwie wusste ich das dann schon und wir hatten glaube ich in der Zehnklasse sogar noch ein Praktikum was sich dann ganz wo anders gemacht habe als beim Innenarchitekten weil ich wusste Das Ergotherapie ist ja das, was ich werden will.
00:02:57: Und dann dachte
00:02:58: ich, ich könnte
00:02:58: noch mal was anderes ausprobieren.
00:03:02: Ja cool!
00:03:04: Jetzt hast du gerade schon von blinden Menschen erzählt?
00:03:07: Da würde ich jetzt auch nicht direkt an Ergotherapy denken.
00:03:10: vielleicht kannst du mal so ein bisschen von dem Berufsbild erzählen welches Klientee bei einem behandelt ihr Was ist vielleicht auch die Abgrenzung zur Physiotherapie?
00:03:20: also ich kenne noch diesen blöden Ausspruch Die Ergos machen die Hände, die Physios machen die Füße oder die Beine.
00:03:29: Der Ergo-Therapie hat ja auch schon Geschichte.
00:03:36: und ganz früher, also so vor hundert Jahren waren wir auch ganz viel ausschließlich in Psychiatrien zu finden.
00:03:44: und vor jetzt dreißig Jahren hießen wir nicht Ergotherapeuten sondern Beschäftigungs- und Arbeitstherapeuten.
00:03:55: Also das war Beschäftigung und Arbeit quasi.
00:04:00: Und irgendwann wurde es dann zusammengefasst als Ergotherapeut, und das kommt ja vom Ergo-Grieschig-Heilen durchhandeln.
00:04:10: Man soll was tun ...
00:04:14: Zu gesunden?
00:04:14: Genau
00:04:15: oder um sich besser zu fühlen vielleicht genau da kommt er der Name.
00:04:20: Und früher waren es ganz viel in Psychiatrien und so Einrichtungen zu finden.
00:04:28: Heutzutage sind wir eigentlich in jedem Krankheitsbild einsetzbar, also in jeder Altersgruppe jedes Krankheits Bild würde mir was Ergotherapeutisches zu einfallen.
00:04:39: Das ist schon sehr umschweifend für alles einsetzbare.
00:04:45: Also sehr breit aufgestellt?
00:04:49: Psychiatrie nach wie vor und es ist auch gerade wieder sehr gefragt.
00:04:55: Die ganzen psychiatrischen Erkrankungen, auch Depressionen und Burnouts und so was das ist schon jetzt immer mehr gefragt.
00:05:08: Da
00:05:10: merkst du auch einen Wandel in der Zeit, dass da verschiedene Störungsbilder häufiger kommen?
00:05:15: Aber jetzt ist es auch wieder vermehrt auch in der Praxis aufzufinden, die psychischen Erkrankten oder die psychische Krankheitsbilder.
00:05:25: Aber auch in einer Pediatrie, also in der Kinderbehandlung sind wir ja auch viel unterwegs.
00:05:32: Auch das ist ja in den letzten Jahren vermehrt.
00:05:36: immer wieder kommen Kinder zu uns in die Praxis, die einfach Hilfe benötigen weil sie in dem Alltag nicht mehr gut zurechtfinden oder halt Hilfe brauchen um ihren Alltag besser zu gestalten.
00:05:48: Da machen wir ganz viel.
00:05:51: Um jetzt auch die Krankheitsbilder einmal mal durchzugehen, ist ja dann noch ... Die Neurologie also nach Schlaganfällen und die ganzen neurologischen Erkrankungen.
00:05:59: MS-und Parkinson'n uns... Die Krankheits Bilder haben wir auch immer regelmäßig in der Praxis.
00:06:08: Handtherapie machen wir sehr viel.
00:06:10: Also ganz viele Orthopädie dann auch wenn ... Ja Finger ab ist ne?
00:06:16: Ein Finger!
00:06:17: fehlt.
00:06:17: Oder auch nach Frakturen oder nach Unfällen, gerade Handellenbogen so.
00:06:25: was ist oft sehr einschränkend für die Leute und dann brauchen sie Hilfe.
00:06:31: Gerade in der Feinmotorik.
00:06:32: handbotorik ist ja.
00:06:34: wenn man das nicht mehr gut kann ist es ja nicht schön.
00:06:38: Ja und sehr einstrengend für diese Teilhabe?
00:06:40: Richtig!
00:06:42: Was in den letzten Jahren weniger geworden ist sind zu die Hüfte Patienten.
00:06:48: Die hatte ich früher noch ganz viel zu meiner Ausbildung, die sehe ich in der Praxis fast gar nicht mehr.
00:06:53: Weil sie besser versorgt sind?
00:06:54: Ist die Operation
00:06:55: viel besser.
00:06:56: Die tauchen tatsächlich in der praxis ganz wenig auf als Hüftpatienten.
00:07:01: Ja, das ist ja eigentlich total schön!
00:07:03: Die haben alle zwar
00:07:04: eine neue Hüfte aber die kommen deswegen nicht zu
00:07:06: uns
00:07:06: genau und da sieht man dass sich das schon gewandelt hat.
00:07:11: also da hatten wir früher auch ganz wie in der Arbeitstherapie so wieder Eingliederung oder sowas haben wir heute.
00:07:19: Also bei uns in der Praxis schon lange nicht mehr so
00:07:21: gehabt, genau.
00:07:23: Spannend!
00:07:24: Und dann haben wir noch die Geriatrie also Krankheiten, die halt besonders das hohe Alter betreffen auch demenzen ganz viel Alzheimer, genau so die ganze Palette.
00:07:40: ich glaube da haben wir alle.
00:07:42: Das würde jetzt die ganze Lebensspanne fassen, würde ich auch sagen.
00:07:47: Und was würdest du sagen?
00:07:49: Ist das Alleinstellungsmerkmal der Ergotherapie gegenüber der Physiotherapie?
00:07:52: Also gerade wenn du von diesen Handpatientinnen und Patienten berichtest, da würde ich wieder an Physitherapie denken.
00:07:59: Es ist ja schon so dass Physiotherapeuten total gut darin sind Muskeln- und Knochen wieder zum Funktionieren zu bringen.
00:08:07: Die gucken... Das ist das, was sie wesentlich besser können als wir.
00:08:12: Wenn die Muskeln oder Knochen oder so diese ganzen Fazien und sowas nicht mehr gut funktionieren, dann können sie die wieder zum Funktionieren bringen.
00:08:21: Und wir kommen ja meistens dazu... Was mache ich damit?
00:08:24: Was kann ich damit anfangen?
00:08:26: Wie kann ich da mit meinen Alltag verbessern?
00:08:30: Also
00:08:31: Transfärarbeit eigentlich?
00:08:32: Genau!
00:08:32: Damit was zu tun, damit was anzufangen im Alltag.
00:08:36: Es hilft mir ja nicht wenn ich den Arm wieder heben kann, damit trotzdem nicht greifen kann oder sowas.
00:08:44: Also da kommen wir ganz viel in Arbeit, wenn wir halt gucken wie kann ich den Alltag verbessern von dem Menschen?
00:08:52: Wie komme ich in Tätigkeiten rein?
00:08:55: Oder wie kann die Tätigkeit so verändern dass sich sie wiederkannt?
00:08:59: Wenn man nach einem Schlaganfall den rechten Arm nicht bewegen kann... ...wie kann ich trotzdem die Hose anziehen oder duschen?
00:09:10: Und würdet ihr denn so in vivo, also so nennen wir es in der Logopädie dann immer im in vivo Training?
00:09:15: Das ist aber im Grunde ein gesonderter Bereich.
00:09:17: Also ich übe sozusagen erst mal in der Übung in einem besonderen Setting, was nicht dem Alltag entspricht.
00:09:25: Dann versuche ich immer mehr zu übertragen, sodass es im Alltag auch einen Einzug finden kann.
00:09:31: Jetzt verstehe ich aber, ihr würdet jetzt hier eine Hose anziehen?
00:09:34: In der Therapie?
00:09:36: Genau!
00:09:37: Man guckt natürlich erst mal ... Die Hand kann gar nicht greifen.
00:09:42: oder man kann ja mit einer Hand nur, dann muss man's mit der anderen trainieren und das kann man am besten, indem man's macht.
00:09:52: Dann gibt es natürlich viele Übungen, die dahin führen können damit die Bewegung besser wird.
00:09:56: irgendwelche Greiffunktionstrainings irgendwelchen Würfel sortieren oder Handwerk machen wir ja auch
00:10:01: ganz viel in der Aerotherapie.
00:10:03: Habt ihr ja auch ein Werkraum?
00:10:05: Genau!
00:10:08: Da guckt man wie weil jetzt zehn mal hintereinander die Hose an und aus zu ziehen ist ja auch nicht so lustig.
00:10:14: da guckt Man was muss man denn verbessern damit das besser klappt die Aktivität.
00:10:19: Und dann denkt man sich, ach guck vielleicht muss darum und Zeigefinger besser gereifen können und dann kommt das Steckspiel und dann spielt man eine Runde solitär oder sowas.
00:10:29: Dann ist es so eine Übung, die sehr wertvoll für den Patienten ist aber nicht unbedingt so als Übung erkennbar ist.
00:10:37: und dann ist das fürs Gehirn ja oft viel besser verarbeitbar.
00:10:41: wenn da so eine Tätigkeit ist, die so wirkt wie normal wäre ist besser als eine Übungssituation.
00:10:50: Da es jetzt sehr plastisch, also Hose geht nicht mehr anzuziehen... Ich denke jetzt irgendwie so an ADHS.
00:10:57: Das sind ja dann Bereiche die vielleicht nicht so ganz offensichtlich sind.
00:11:01: was da... Also da gibt's Probleme im Alltag?
00:11:03: Genau
00:11:04: das sind ja keine körperlichen Probleme sondern eher auch ... Vielleicht in der Wahrnehmung, wenn man das am besten so beschreiben
00:11:13: will.
00:11:14: Dass die Integration im Gehirn halt schwierig ist.
00:11:19: ADRS ist ja viel über ... Ja, Wahrneemungs-Schwierigkeiten dass die meistens Kinder aber wir haben sie auch immer wachsende
00:11:25: Alter ganz viele.
00:11:26: Ja
00:11:26: genau.
00:11:29: Ja, dass die Wahrnehnung nicht gut geschult ist, dass es da im Kopf irgendwie durcheinander geht und da versucht man das zu strukturieren also wirklich auch zu gucken hier bleibt bei dir, guck erst mal was dir gut tut und dann guckt die Welt an oder das Kassenzimmer.
00:11:50: Also dass man da auch so Strategien entwickelt wie man den Alltag besser für sich strukturieren kann.
00:11:58: Und das ist das was denen oft fehlt diese Struktur im Alltag.
00:12:04: also klare Abläufe
00:12:06: ja
00:12:07: und das kann man in der Ergotherapie schon gut mit dem kleinen und großen Patienten trainieren, dass man da wirklich immer so versucht den Fokus zu haben.
00:12:18: Und dann Strategien entwickelt wie man das besser managen kann.
00:12:23: für sich aber auch natürlich ist oft ja auch gerade bei der es dass die sich nicht gut fühlen die Kinder dass sie diesen transfer von körperlich zu geistig nicht gut hinkriegen.
00:12:33: und dann macht man auch körperliche arbeiten dann schaukelt man hüpft springt zieht drückt Genau, damit sie den Körper besser
00:12:42: spüren können.
00:12:44: Und das was besser gespürt wird es wird besser integriert und dann klappt das oft besser.
00:12:53: Und wie ist es bei euch mit Diagnostik?
00:12:56: Es gibt ganz viele unterschiedliche Diagnostic-Ansätze
00:13:00: auch in der
00:13:00: Ergotherapie da.
00:13:01: Assessments heißt das bei euch ne?
00:13:03: Da
00:13:03: gibt's ganz viele... auch immer wieder was Neues auf den Weg gebracht.
00:13:10: Und die haben bestimmt alle ihre Berechtigung, ich bin da nicht so der Fan von, weil ich ganz viel einfach vielleicht spüre und sehe.
00:13:20: Und dann haben wir in der Praxis hier einen kleinen ... Also bei den Kindern ist es oft größer und ausschweifender, weil da auch viel mehr eingefordert wird, auch von den Kinderärzten im Erwachsenenbereich Einstiegs- oder Befundungstest, je nach Erkrankung
00:13:43: quasi.
00:13:43: Okay.
00:13:44: Genau und dann ist es so diese richtig großen Assessments die nehmen ja auch oft viel Zeit in Anspruch.
00:13:52: Das
00:13:52: stimmt!
00:13:53: Die dann nicht für Therapie da
00:13:54: sind?
00:13:54: Genau und sie haben alle ihre Berechtigung sind doch bestimmt gut.
00:13:58: ich bin da nicht so der Fan von Ich mache das eher... Ja
00:14:06: Ja, nach der internen Evidenz.
00:14:07: Das ist einfach Erfahrung natürlich?
00:14:09: Das ist
00:14:09: glaube ich Erfahrung auch genau.
00:14:11: und dann müssen wir ja auch dokumentieren und das aufschreiben.
00:14:17: und dann gibt es oft ein Arztbericht da fasst man an alles zusammen.
00:14:22: Da geht eh schon sehr viel Zeit verloren oder braucht man sehr viel zeit für so Dokumentationen und Arzt Berichte Dann muss man sich eh noch mal hinsetzen für den Arztbesricht und den Schreiben.
00:14:34: Und dann macht man sich ja nochmal Gedanken um die Patienten, was er kann oder nicht kann... ...und dann ist das nochmals wie so ein kleiner Befund quasi.
00:14:49: Was ich oft mache, ist dem Patienten selber seine Ziele aufschreiben lassen.
00:14:53: Also nennen sie mir fünf Ziele, die im Heim haben.
00:15:00: die sie erreichen wollen, ob die jetzt reichbar sind oder nicht.
00:15:03: Also fliegen ist immer ein schlechtes Ziel.
00:15:05: aber wenn die mir sagen ich würde gern laufen können ist das erst mal ein Ziel auch wenn ich das jetzt gar nicht sehe dass es möglich wäre
00:15:14: also dass man realistisch erstmal ist genau
00:15:16: ob's jetzt.
00:15:17: also realistische müssen die zielen nicht immer sein.
00:15:19: aber oft frage ich die
00:15:22: wo solls hin
00:15:22: gehen so grob und dann hat man eine gute.
00:15:26: dann hat ja patient auch ne vorstellung was er eigentlich hier will Und dann gucken wir, ob das vielleicht möglich ist oder nicht.
00:15:36: Ja.
00:15:37: Dürft ihr Diagnosen stellen?
00:15:39: Nein!
00:15:41: Das ist nämlich eine große Abgrenzung zur Lopädie weil wir dürfen eine Diagnose stellen und die darf auch abweichen zu der ärztlichen Diagnosis sein.
00:15:49: Das dientere
00:15:49: bei uns auch oft der Fall.
00:15:53: Wir dürfen allerdings sehr frei behandeln.
00:15:56: Ich weiß gar nicht, wie das bei uns...
00:15:57: Das ist bei uns auch so?
00:15:59: Obwohl jetzt haben sie ja die Blanco-Verordnung, ist
00:16:01: es auch noch mal ein bisschen anders?
00:16:02: Ja, haben wir auch schon.
00:16:05: Wir haben nur diese vier Bereiche von Heilmitteln, die uns zur Verfügung stehen.
00:16:13: Also mehr eine Zeit umfassende Intervallmaßnahme.
00:16:18: die beschreiben, wie lange man am Patienten arbeiten soll.
00:16:21: Was wir dann letztendlich in der Therapie machen ist uns freigestellt.
00:16:27: also wenn er jetzt draufsteht was ich was demenz aber man merkt es klappt auch nicht mit dem anziehen oder das gehen ist eingeschränkt.
00:16:46: ja das interessant weil Einerseits diese Diagnose-Komponente eigentlich wegfällt und gleichzeitig diese große Freiheit da ist.
00:16:56: Und ich wusste nicht, dass die Blanko-Verordnung auch für die Ergotherapie da ist?
00:17:00: Ja,
00:17:00: vielleicht auch schon zwei Jahre.
00:17:02: Ah okay
00:17:02: ja, spannend!
00:17:05: Also ein bisschen widerspricht es sich finde ich das es nicht einher geht.
00:17:09: also aber das hat natürlich was mit Kompetenzzuschreibung zu tun und deshalb etwas mit dem Thema Akademisierung sicherlich auch zu tun.
00:17:17: Wo
00:17:17: war ich?
00:17:17: Ich finde, dass wir nicht unbedingt diagnostizieren müssen.
00:17:22: Das ist ja auch wieder ein Aufwand, den man betreiben muss.
00:17:25: Von daher sehen wir unsere Patienten und die Schwierigkeiten.
00:17:29: Wir behandeln immer das, was primär ist ... Wenn es nicht unbedingt explizit auf der Verordnung steht... Da guckt man, was für dem Patient gut tut oder was am wichtigsten ist.
00:17:45: passt das ja auch, auch wenn die Diagnose vielleicht jetzt nicht immer passt.
00:17:50: Aber dann gibt es eine Leitsymptomatik noch, die der Arzt beschreiben muss und das passt meistens ganz gut.
00:18:00: Ich finde es einfach interessant diese drei Berufsgruppen so anzuschauen und zu sehen welche Unterschiede und welche Gemeinsamkeiten es da gibt Genau.
00:18:07: Und das macht ja auf jeden Fall die Physiotherapie und die Ergotherapie beide aus, dass sie Diagnose-Stellungen nicht erfolgen darf durch diese Berufsgruppe selbst?
00:18:16: Das ist in der Logopädie tatsächlich anders.
00:18:18: Ich glaube aber, dass die Ärzte da auch noch mehr überfordert sind als bei Ergo.
00:18:23: Da jetzt auch noch die richtige Diagnos bei der ...
00:18:27: Beim Sprechen oder beim Stimme dann
00:18:29: auch zu sprechen.
00:18:29: Ja, ich glaube, zwischen Cannes motorisch oder was klappt da jetzt nicht so, ist für die Äzte auch noch überfordernder.
00:18:36: Ja, es könnte sein.
00:18:37: Aber das ist ja schon auch ... ja manchmal...
00:18:41: Komplex!
00:18:42: Genau, komplex.
00:18:45: Und dann hat sie auch seine Berechtigung, warum ihr das gut könnt und ich jetzt auch nur manchmal raten kann, warum das nicht klappt.
00:18:54: Also genau, ich glaube Ärzte haben ja noch mehr ein breites Spektrum die ... Das ist dann auch gut wenn wir das an die Fachleute machen.
00:19:04: Lass uns mal darüber sprechen, was eigentlich so Gemeinsamkeiten mit der Logopädie sind.
00:19:08: Also welche Störungsbilder eint uns denn?
00:19:10: oder wo hast du vielleicht auch Erfahrung gemacht, dass du mit Logopädin und Logopäädien zusammen arbeitest?
00:19:16: Ich
00:19:16: kenne auch einige Logopätinnen gut und mit denen arbeite ich tatsächlich auch Hinterdisziplin ja irgendwie zusammen, mein mehr war weniger.
00:19:25: also in meinem Alltag treffe sie wirklich viel bei neurologischen Patienten nach Schlaganfall.
00:19:36: Da begegnen wir uns viel und überschneiden wir uns auch
00:19:39: oft.
00:19:40: Weil da ja wirklich primär wichtig ist, dass die sprechen lernen.
00:19:45: Und umso mehr sie sprechen, umso besser ist das.
00:19:49: Deswegen baue ich da immer die Sprache mit in die Therapie ein.
00:19:54: Oft ist das auch was die am meisten belastet, dass sie nicht sprechen können.
00:20:01: für den Alltag auch ganz ungründlich ist, sich nicht zu kommunizieren oder nicht kommunizierend zu können.
00:20:07: Ja
00:20:07: genau weil die Interaktion mit der Umwelt ja überworteprämial
00:20:11: so stattfindet.
00:20:11: Wenn man gar nicht sagen kann was man will dann ist das schwierig.
00:20:15: und da haben wir schon auch Überschneidung denke ich dass wir da ganz viele ähnliche Sachen dann auch machen was wir ja gar nicht machen.
00:20:26: es dann so Schlucktherapie und die ganzen sachen machen wir ja gar nicht.
00:20:31: Da versuche ich mich immer zurückzuversichern, bei Logopänen was die denn können.
00:20:39: also können sie jetzt schon eine flüssige Nahrung oder wie sieht es aus mit Verschlucken und so was weil das dann auch wieder agotherapeutisch ist die zum trinken zu bewegen oder essen und sowas.
00:20:50: und da muss man erst mal gucken können Sie das jetzt?
00:20:53: Oder können Sie's nicht?
00:20:54: Und das kann ich auch nicht einschätzen.
00:20:56: Da versuchen wir immer in Kontakt zu bleiben auch gerade für die, die im Pflegeheim sind.
00:21:04: Da wo die Angehörigen nicht immer erreichbar sind, da versucht man auch enger zusammenzuarbeiten.
00:21:12: Ja ja auch viele Demenz erkrankte dann wie auch Logo dann kriegen weil die Sprache ja auch irgendwie da versiegt und da machen wir bestimmt auch ähnliche Sachen würde ich sogar sagen
00:21:27: Kannst du mal so ein bisschen beschreiben, wenn du auch von ehrlich sprichst.
00:21:30: Was nimmst Du denn an oder was wir tun?
00:21:32: Oder was tust Du?
00:21:34: Zumal irgendwas mit Bilder vorlegen, die sollen sie
00:21:39: benennen.
00:21:39: Genau!
00:21:40: Oder irgendwelche Worte mit A oder also irgendwelchen Worte bilden mit einem Anfangsbuchstaben oder auch irgendwelcher Sätze vervollständigen oder Lücken füllen oder sowas... Was bei uns eher in Richtung Hürnleistungstraining gehen würde, kann man ja auch so sehen.
00:22:01: Aber natürlich die Sprache anregen.
00:22:04: Ja, hängt ja auch einfach sehr miteinander zusammen und ist nicht voneinander zu trennen.
00:22:08: Also
00:22:08: das sowas würden wir jetzt in der Ergotherapie sprechen.
00:22:13: Wir haben auch so Bildkarten wo man Alltagsgeschichten erzählen kann.
00:22:17: Gerade für die Mensa-Kranken, wo zwar nur ein Föhn drauf ist und dann sprechen wir ein bisschen über den Föhen
00:22:23: oder... Wofür man den braucht und so
00:22:25: was.
00:22:25: Genau, also so eine Bildkarten haben wir hier oder wo Essen drauf ist und ja ne Tomate Und dann ist vorne die Tomate und hinten das Wort und dann kann man entweder lesen oder
00:22:39: frei erkennen.
00:22:44: Das würde ich schon sagen dass es sowas ihr auch macht.
00:22:47: Ja, würde ich
00:22:47: auch denken manchmal mache ich auch so Zungenübungen
00:22:53: Motorische
00:22:54: Übungen oder Backen aufblasen.
00:22:58: Auch gerade mit Parkinson-Patienten mache ich viel Gesichtsübung, weil das ja mit der Mimik und so auch immer schwierig ist und irgendwann verbleibt.
00:23:09: Zungen rollen, was ich jetzt nicht kann aber... Die meisten alle!
00:23:15: So ein Röllchen machen meinen Stock.
00:23:19: Genau, das mache ich auch durchaus.
00:23:21: Und auch wenn ich weiß dass die Schwierigkeiten in der Motorik haben von der Zunge her durch Schlaghanfall oder sowas versuche ich dann auch immer mal so sagen jetzt nochmal eine runde Pfeifen oder so schneizen oder Watte pusten oder genau
00:23:40: also... Das ist ja genau das was ich auch gemacht
00:23:43: habe.
00:23:44: Ich auch
00:23:45: weiß dass das gut ist und Wenn
00:23:47: man weiß, dass die das Schwierigkeiten
00:23:48: haben ist es ja auch gut.
00:23:49: Wenn man dann so was noch mal vorweg macht oder genau.
00:23:55: Und hast du da bestimmte Fortbildung gemacht?
00:23:57: Oder woher weißt du, dass lernt man sowas in der Ausbildung?
00:24:01: Das haben wir glaube ich in der ausbildung auch gelernt.
00:24:05: Dann habe ich zu parken sollen diese Mimikübungen irgendwann übernommen im meinen Berufsalltag vielleicht auch irgendwann mal irgendwas mitgenommen von Gesprächen, mit den anderen, mit dem Logos.
00:24:24: Ja genau.
00:24:26: Aber eine richtige Fortbildung dazu habe ich nie gemacht.
00:24:29: Gibt es ja auch aber... Genau hab' ich nicht gemacht.
00:24:35: Und die ganzen Sprachsachen sind ja wie gesagt bei uns eher im Höhenleistungssektor angesiedelt und die brauchen wir ganz viel und sie sind ja für Afasika und so was ja auch.
00:24:48: gut geeignet.
00:24:49: Total, ja sehr relevant
00:24:52: und das ist auch in der Fortbildung also gerade Aphasien und sowas haben wir auch alles gelernt.
00:24:59: Und hast du dich dann spezialisiert noch?
00:25:01: Also ihr müsst ja sicherlich so wie wir auch fortbildungspunkte jährlich sammeln.
00:25:06: Wir haben im Vorhinein schon so ein bisschen gesprochen, dass du jetzt auch nicht mehr alles behandelst.
00:25:11: Wir haben ja schon gehört, dass das ja ein breites Spektrum ist.
00:25:13: also von dem Kleinkind bis zum hochbetagten Menschen machst du nicht mehr Alles sondern du hast dich so auf...
00:25:20: Genau ich mache eigentlich ganz viel Psychiatrie Neurologie und ganz Figuriatrie eher mit den
00:25:30: älteren
00:25:32: Betreuung viel unterwegs bin.
00:25:36: Genau, geplant war das glaube ich alles nicht so.
00:25:40: Früher habe ich gedacht Kinder finde auch super mit denen zu arbeiten ist aber dann irgendwie nie dazu richtig gekommen.
00:25:51: und dann hab' ich genau so meinen Fuß in die Neurologie gesetzt und fand es auch spannend.
00:25:57: Ja Fortbildung müssen wir auch immer und ständig und genau ist ja auch wichtig dass man da so auf den neuesten Stand Über zwanzig Jahre Buchserfahrung gucke.
00:26:10: Stimmt ja auch vieles schon nicht mehr, was ich gelernt habe hat sich dann doch wieder verändert?
00:26:14: Klar!
00:26:15: Also funktioniert der Wissenschaft also im besten Fall das neue Erkenntnisse.
00:26:18: Neue Erkenntnissen und auf wie das Gehirn so funktioniert.
00:26:23: Hat sich ja schon in den letzten zwanziger Jahren viel getan mit der Hirnforschung und wie das gehören lernt
00:26:31: Ja eben auch Lerntheorien, also genau wie lernen funktioniert.
00:26:35: Genau!
00:26:35: Wie
00:26:36: funktioniert das?
00:26:36: Dass da oben was hängen bleibt.
00:26:38: Genau, das ist nämlich wichtig.
00:26:44: Wenn man das weiß dann kann man das ja auch viel besser einsetzen.
00:26:51: Jetzt habe ich gerade den Faden verloren.
00:26:53: Das rohe ich Ihnen als nächstes gerne wissen... Also ich finde es einfach total spannend diese Überschneidungspunkte irgendwie festzustellen Und ich würde jetzt irgendwie noch mehr interessieren, wie der Alltag so aussieht.
00:27:06: Also was für Material ihr so benutzt?
00:27:09: Vielleicht auch, wie ihr es hier so aufgeteilt habt.
00:27:11: Jetzt wissen wir schon, was deine Spezialisierung ist.
00:27:14: Du bist in einer großen Praxis und sind alle spezialisiert.
00:27:18: Habt ihr euch das so aufgeteilt...
00:27:21: Ich würde erst mal gar nicht sagen, dass wir eine große Praxis sind.
00:27:23: Naja du bist jetzt nicht so ein Fraubetrieb!
00:27:27: Das gibt's ja.
00:27:29: eine kleine Praxis im Vergleich zu den Riesenpraxen, die so in Hannover rumlaufen.
00:27:33: Ja
00:27:33: aber wir sind ja hier auch auf dem Land und dafür ist es ja schon eine ziemlich große Praxis.
00:27:39: Also eigentlich kann sich das jeder selber aussuchen was da hier wo seine Vorlieben vielleicht auch liegen versuchen natürlich alles abzudecken müssen aber auch immer wieder sagen dass das ein oder andere Krankheitspilt einfach nicht abdeckbar ist und verweisen dann auf Kollegen Umgebung, die wir auch kennen und haben dann spezielle Fortbildung.
00:28:03: Gerade im Kinderbereich, wenn es so wirklich autistisch oder irgendwelche Spektrumsstörungen oder auch viel Verhaltenstherapie ist, muss man noch mal genau hingucken und da braucht man nochmal mehr Fachwissen.
00:28:28: Wir sind zu fünf Tier und zwei machen Kinderbehandlungen.
00:28:30: Der Rest hat sich so ein bisschen spezialisiert auf Hand oder motorisch funktionelle Behandlung, genau im Prinzip können wir alles aber ist meistens nicht sinnvoll dass man halt alles kann.
00:28:46: Das ist aber in den meisten Bereichen einfach so.
00:28:49: Natürlich eine Ausbildung muss alles vermittelt werden, damit man gucken kann, was einem gefällt und nach der Ausbildung ist man ja überhaupt nicht fertig.
00:28:57: Da ist man zwar befähigt als Therapeutin tätig zu sein!
00:29:01: Aber dann fängt ja irgendwie das Lernen vorrangig an, würde ich sagen.
00:29:04: Weil man dann Erfahrungen am Patienten, an der Patientin irgendwie macht und dann vielleicht auch merkt ... Das macht mir irgendwie besonders Spaß!
00:29:10: Und es geht so leicht.
00:29:12: Es ist mehr so ergangen, da geht die Zeit so
00:29:17: rum.
00:29:19: Da tut man sich schwerer oder hat nicht so einen Zugang dazu.
00:29:22: Genau, und da finde ich es total dankbar in einer größeren Praxis zu sein und dann sagen sie können mach du doch mal für dich ist das leicht.
00:29:29: für mich ist das schwer.
00:29:31: wir tauschen immer an der Stelle genau
00:29:34: ja und so versuchen auch im austausch zu sein.
00:29:37: uns gibt's auch die Patienten die schwieriger sind.
00:29:42: da versucht man dann auch mal zu rotieren klappt dann auch ganz gut.
00:29:48: Und dann haben wir hier zwei große Bewegungsräume, weil Bewegung ja auch durchaus ein Vordergrund bei Erbotherapie steht.
00:29:56: Das unterscheidet uns sehr.
00:29:57: zu Physiotherapien oft.
00:29:58: Die legen einen ja gerne auf die Liege und dann wird man behandelt.
00:30:03: Man wird behandeln ist eher passiv.
00:30:06: Ist auch gut wenn man, was ich weiß ... Manuelle Therapie oder sowas das hat ja auch super.
00:30:14: bei uns ist die beste Therapie immer, wenn ich gar nichts machen musste.
00:30:20: Sondern der Patient von alleine irgendwas veranstalten kann.
00:30:24: Also wir haben hier zwei große Bewegungsräume wo wir viel Platz zur Bewegung haben für die Kinder aber auch für die Alten wo man wirklich den Gang trainieren kann, wo man ganz viel Platz hat zum Beispiel oder so.
00:30:40: Die unterscheiden sich ein bisschen.
00:30:42: Da haben wir auch beide eine Schaukel oben, wo dann besonders die Kinder natürlich schaukeln.
00:30:48: Für manche Erwachsenen wäre das auch gut aber da ist die Hemmschwelle oft zu groß von beiden Seiten.
00:30:54: Mir
00:30:54: wird aber tatsächlich auch mübel jetzt in der Schauke.
00:30:56: Früher mochte ich das auch, aber das geht gar nicht mehr.
00:30:59: Dann haben wir einen kleineren Therapierraum, wo ja auch ... Handtherapien oft oder auch psychisch funktionelle Therapien statt.
00:31:10: Da haben wir eine Malwand an der Wand, wo man dann auch maltherapeutisch so künstlerisch tätig sein kann.
00:31:20: Im
00:31:20: Studium hatten wir Ergotherapeuten und die haben immer erzählt dass sie immer Körbe flechten?
00:31:26: Ja genau das machen wir natürlich!
00:31:29: Das ist sowas ergotherapeutisches, oder?
00:31:31: Ergotherapische ist durchaus
00:31:33: ein Weben Matrami
00:31:35: und Pettichrohr.
00:31:37: Was ist das denn?
00:31:38: Pettigrohr
00:31:38: ist Körbeflächen, das ist dieses Material nennt man
00:31:41: Pettighor.
00:31:43: Das sind ... Ist kein Weidenmaterial, sondern so Pettihrohr
00:31:47: genannt.
00:31:50: Wir haben eine Werkstatt, die ist nicht ganz so groß, sie ist klein aber eigentlich bietet sich alles was man zu braucht unter anderem auch Pettiggohr.
00:32:00: Und dann werden auch Körbegeflechtet oft Sinn, weil das ganz viel Handmotorik verlangt und auch Kognitionen.
00:32:09: Man muss sich die Arbeitsschritte merken.
00:32:11: Die sind wie beim Hegeln eigentlich immer gleich.
00:32:13: also man hat sich einmal für irgendeinen Muster entschieden und macht man zwar links zwar rechts, also dass es wie beim hegeln oder stricken.
00:32:20: aber man muss sich das merken und dafür braucht man Handkraft Und
00:32:26: ist so eine sinnvolle Tätigkeit, weil hinterher ein Produkt rauskommt?
00:32:28: Genau richtig!
00:32:30: Ganz toll
00:32:31: Hat ja früher Argotherapie ganz viel ausgemacht.
00:32:34: Dann haben wir auch den schönen Spitznamen, bei sich was Basteltante bekommen?
00:32:45: Würde ich sagen so hieß das genau weil wir auch durchaus viel basteln und so Sachen machen Weil es einfach ganz viel beinhaltet Und nachher kommt etwas raus im besten Fall was Schönes.
00:32:58: und der Körper hat auch gar nicht gemerkt dass er was trainiert sondern hat einfach was gemacht.
00:33:04: Und ich bin ganz viel auf Haus besuchen unterwegs, deswegen nutze ich den Werkraum oft gar nicht soviel.
00:33:11: Aber auch ich mache ab und zu mal fertig vor.
00:33:14: Wie schön!
00:33:15: Auch mit den Kindern wird das hier viel gemacht.
00:33:16: Wir haben auch eine Tretlaubsäge da stehen.
00:33:21: Da kann man auch ganz viel mitmachen.
00:33:24: Ja
00:33:25: aber auch
00:33:27: Kleinigkeiten können gemacht werden.
00:33:30: Das ist alles immer wertvoll, weil man meistens zwei Hände und die Augen für braucht.
00:33:36: Und
00:33:37: das was da so hinter den Augen ist?
00:33:38: Genau, sich irgendwas merken muss und die Schritte.
00:33:43: Das ist meistens herausfordernder als wenn man einen Ball hin und her spielt oder... Na klar!
00:33:51: Aber wir haben
00:33:52: auch auf dem Führer ein Riesenschrank mit Spielen stehen.
00:33:55: Da sind ganz viele Spiele, die immer wieder ausgetauscht werden drin und auch das beinhaltet, Algotherapie.
00:34:05: Das Spielen.
00:34:06: Und gerade wenn man jetzt in die heutige Zeit guckt ist das Spielen immer weniger geworden.
00:34:15: Viel in Familien wird nicht mehr gespielt und gerade dieses, wie nennt man es, zwei D-Spielen also wirklich dass spielen am Tisch irgendwas Karten oder irgendein anderes Spiel.
00:34:26: Das ist so wertvoll weil da so viel ja geboten wird an allen Sachen.
00:34:31: Da kann man sich ... Alle Hirnregionen werden da gefordert, im zwei D-Spielen am Tisch und da kann man sie streiten unter ein ...
00:34:41: Genau, soziale Interaktion findet ihr auch statt.
00:34:44: Sind wir wieder beim Thema Sprechen Sprache?
00:34:47: Genau, richtig!
00:34:48: Und von
00:34:48: daher haben wir einen Riesenspielischrank, weil das einfach eine super Sache ist für Therapie.
00:34:54: Weil wenn man das richtig einsetzt hat, hat man alle Sachen Training hat jemanden haben wollte.
00:34:59: Da kann man alles, da kann man von Hand.
00:35:02: also Fingerfertigkeit Sprache Gedächtnis Alles hat man abgedeckt auch immer wieder gut
00:35:12: Ja es mit sehr plastisch geworden durch deine Erzählung
00:35:15: Genau wir versuchen halt immer viel auf die Wahrnehmung also wirklich dieses Dieses erleben mitzunehmen dass das nicht nur eine Übung ist sondern ein Erleben vielleicht.
00:35:27: Und dann auch auf einer Meterebene über das Erlebte sprechen, oder ist es eher was Implizitis?
00:35:32: Was einfach stattfindendes Erfahrung so abgespeichert wird?
00:35:35: Das kann man machen aber da geht's ja eher so wir Verhaltenstherapie denn wenn man dann darüber spricht Machen wir auch.
00:35:44: also das kommt dann immer drauf an.
00:35:46: Aber für den Neurologischen Patienten ist Es einfach wichtig dass wirklich zu erleben und gemacht zu haben und Dann wird das vom gehören wesentlich besser abgespeichert als eine Übung.
00:36:02: Und mit Kindern würdest du sagen, kann man auch über solche Dinge sprechen oder ist das eher etwas was den Erwachsenen vorbehalten?
00:36:09: Man kann mit Kindern auch gut darüber sprechen gerade was das Verhalten halt angeht.
00:36:16: und wenn man sich das durchaus zurückspiegelt und so sagt so dass fand ich jetzt gar nicht gut weil Du hast hier voll den Aufstand gemacht Dann kann man den Kindern das zurückspiegeln.
00:36:28: Und dann kann man fragen, wie ein Verhalten besser wäre?
00:36:32: Weil es mir besser geht und was im Kinder besser geht, wenn's
00:36:35: sich nicht
00:36:35: so aufregen muss!
00:36:37: Ja und weil die Umwelt auch anders darauf reagiert.
00:36:42: Genau ich hab selber drei Kinder... als Mutter klappt das nie.
00:36:48: Aber deswegen gibt's ja unterschiedliche Rollen, Mutter- und Therapeut.
00:36:52: Als Mutter klappt das nie gefühlsmäßig wie dann andere Geschichte ist, glaube ich die dahinter steht.
00:36:58: Aber als Therapeut
00:36:59: kann man das schon.
00:37:02: Und dann ist das auch mit Kindern gerade was ADHS und so etwas angeht durchaus wichtig weil die ja lernen müssen ihr Verhalten anzupassen in Anführungsstrichen.
00:37:15: Weil es einfach wichtig für den Umgang in der Gesellschaft ist.
00:37:20: Wenn sie zurückgespiegelt kriegen dass das Verhalten gerade schwierig war Kann man ja gucken, wie man das besser regeln kann.
00:37:28: Und wenn man dann sagt, guck mal, das war jetzt gut, weil das hast du so und so gemacht ... Dann kann man den das gut zurückspielen.
00:37:36: Dann kann das abgespeichert werden und beim nächsten Mal wieder abgerufen werden?
00:37:39: Das hat nicht geklappt, weil du hast vorher die so aufgeregt.
00:37:44: Das kann man denen auch spiegeln.
00:37:46: Je nach Alter natürlich.
00:37:48: Kleiner umso weniger... Spiegelfreudig sind die oft.
00:37:51: Auf verbaler Ebene, dann kann man denen das eher körperlich zurückspiegeln auch.
00:38:00: Oder durch den direkten Spiegeltest, das vielleicht imitieren zu möchte und das verhalten?
00:38:03: Genau!
00:38:07: Ich würde jetzt schon gerne zum Ende kommen.
00:38:09: Hast du gerade noch was, was du loswerden möchtest, was irgendwie noch so eine Botschaft ist, die du raus senden möchtes?
00:38:17: ich ende ja immer noch mit einem Best Practice Beispiel.
00:38:21: Da werde ich dich gleich noch zu befragen.
00:38:26: Also mein Lebensmotto ist ja immer so, lebe im Jetzt und versuch nicht, im Später zu leben und alles ist enderbar.
00:38:35: Das ist so was auch ganz wie meinen Patienten vermitteln möchte das es alles kann man ändern Auch wenn man es gar nicht so sieht.
00:38:46: Und wenn's vielleicht anders ist, als man es denkt aber das lässt sich alles irgendwie ändern.
00:38:51: Ach total schönes Lebensmotto und auch eine schöne Botschaft finde ich für alle Menschen.
00:38:56: Ja genau!
00:39:00: Das Best Practice Beispiel also eigentlich so ne Erfolgsgeschichte damit enden nicht irgendwie gern Also manchmal wenn man gefragt wird warum man vielleicht diesen Beruf macht dann denkt man an bestimmte Patientinnen Patienten wo man irgendwie besonders große Hilfe geleistet hat, vielleicht auch manchmal mit kleinen Dingen.
00:39:18: Also manchmal ist es ja... Wenn du jetzt sagst das ist deine Lebenseinstellung dann gehst du ja mit dieser Einstellung in die Therapie hinein.
00:39:25: und also genau wenn du selbst danach lebst, dann merken Menschen das und spüren das und das verändert ja auch schon eine Situation.
00:39:33: Also im Grunde ist das ja schon eine therapeutische Intervention ohne dass du dir jetzt irgendwie vielleicht beabsichtigst aber du wirkst ja als Therapeuten.
00:39:39: Und genau, vielleicht hast du da auch irgendwie so ein Fall.
00:39:42: Vielleicht auch mehrere von denen du gerne erzählen magst an die du irgendwie gerne denkst oder vielleicht auch an so düsteren Tagen wo man denkt heute hat es irgendwie alles ja gar nicht geklappt.
00:39:51: aber dann denkt man noch mal in so andere Zeiten zurück wo man vielleicht richtig gute Arbeit gemacht hat und kann sich selber damit auch wieder
00:39:58: aufbauen.
00:39:59: Ja also mein Manco ist immer dass ich in der Geriatrie ganz viel arbeite.
00:40:03: das heißt so richtige Erfolgserlebnisse in dem Sinne habe ich ganz wenige.
00:40:10: Deswegen messe ich mein Erfolg mehr so in Emotionen oft.
00:40:14: Und das ist grad im meinem Bereich ja ganz viel, wo viel Einsamkeit auch herrscht.
00:40:22: Wenn ich zu den zwei Mal die Woche komme, bin ich die meist gesehene Person der Woche und das verbindet schon ganz viel.
00:40:31: Da weiß man einfach, dass man auch emotional ganz wichtig isst.
00:40:36: Ja,
00:40:37: eine innige Beziehung irgendwie schon ist.
00:40:39: Das ist zwar eine sehr
00:40:42: professionelle
00:40:43: Beziehungen, aber irgendwie ist es auch ne Beziehungsbeziehung genau
00:40:48: und enger Kontakt.
00:40:49: also das finde ich ist auch... Also das macht ja alle drei Berufsgruppen so aus dass wir viel Zeit mit den Menschen verbringen.
00:40:56: Bei den Physischen ist noch anders weil die auch ihre zwanzig Minuten Intervalle haben.
00:40:59: Ich habe viele
00:41:04: wo ich ne Stunde gewohnt bin.
00:41:06: Genau, das sind so wirklich Momente wo ich merke okay.
00:41:09: Ich bin hier wichtig einfach auch wenn man therapeutisch manchmal denkt heute war aber jetzt gar nicht so viel weil wir vielleicht ja ein düsteren tag hatten.
00:41:20: Aber genau dass sind so wo ich denke nein da bin ich genau richtig dann wichtig dass ich dann da bin.
00:41:27: Ja Was dann therapeutisch immer gut ist, sind Handpatienten.
00:41:32: Die man nach so einer OP wieder funktionstüchtig entlässt.
00:41:36: Da hat man natürlich sehr viel therapeutische Highlights, wo man sagt ja gesund.
00:41:42: Sonst begleite ich viele bis ans Ende des Lebens da ist nichts.
00:41:48: Da habe ich keine Genesungsideen.
00:41:51: Aber
00:41:52: auch nicht die Absicht?
00:41:54: Genau das ist eine andere Herangehensweise.
00:41:59: andere Highlights, von denen ich dann lebe.
00:42:01: Weil halt der Tag gut war oder vielleicht doch wieder was funktioniert hat, was lange nicht funktioniert hat oder die Schmerzen weniger waren oder sowas.
00:42:14: Im Kinderbereich entlassen wir die Kinder ja häufiger ins Leben auch mit der Hoffnung dass es dann wesentlich besser geworden ist als noch vor der Therapie.
00:42:30: auf jeden Fall einen Bereich, der dann mehr Ziele erfüllen kann.
00:42:38: Ja auch wieder interessant weil ja die verschiedenen Störungsbilder aber eben auch die verschiedene Altersgruppen an unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringen und unterschiedliche Zielsetzung und eben ja auch unterschiedliche Wirkweisen haben und vielleicht auch unterschiedlicher Erfolgserlebnisse oder wie man es messen kann.
00:42:57: Erfolgt ist er immer gar nicht so messbar in großen Dingen, sondern meistens eher in den kleinen Dingen.
00:43:06: Das ist ein sehr schöner Abschlusssatz!
00:43:08: Ich danke dir ganz herzlich!
00:43:15: Das Gespräch hat mir noch einmal gezeigt wie wichtig der Blick auf das Individuum in der Therapie ist.
00:43:21: Ich hoffe auch du konntest dir etwas mitnehmen und hast eine neue Perspektive gewonnen.
00:43:25: ich freue mich wenn du auch beim nächsten Mal dabei bist wenn wir gemeinsam die interdisziplinäre Welt der Stimme erforschen.
00:43:31: Bis bald im Stimmlabor.
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